„Wir schaffen das“

Merkel verteidigt Massenaufnahme von Asylbewerbern

BERLIN. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat die Aufnahme Zehntausender Asylbewerber aus Ungarn verteidigt. „Ich muß ganz ehrlich sagen: Wenn wir jetzt anfangen, uns noch entschuldigen zu müssen dafür, daß wir in Notsituationen ein freundliches Gesicht zeigen – dann ist das nicht mein Land“, sagte Merkel bei einer gemeinsamen Pressekonferenz am Dienstag mit dem österreichischen Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) in Berlin.

Es gebe Situationen, in denen man nicht zwölf Stunden nachdenken könne, rechtfertigte Merkel die kurzfristige Entscheidung. Lob bekam sie dafür von Faymann. „Ich bin dir sehr dankbar, daß du bei dieser Entscheidung nicht zögerlich warst“, sagte der SPÖ-Politiker.

„Wir können das schaffen, und wir schaffen das“

Merkel gestand, daß die Situation für die Europäische Union keine einfache sei. Doch bislang sei es der EU immer gelungen, Lösungen für Probleme zu finden. Sie sei daher optimistisch, daß dies auch diesmal gelingen werde. „Ich sage wieder und wieder: Wir können das schaffen, und wir schaffen das.“

In der Asylkrise müsse wieder ein europäischer Geist hergestellt werden, forderte die Kanzlerin. Anderen Mitgliedstaaten des Bündnisses mit der Kürzung von EU-Mitteln zu drohen, wenn diese sich weigerten, Asylbewerber aufzunehmen, lehnte Merkel jedoch ab. „Drohungen sind nicht der richtige Weg”, erteilte die CDU-Politikerin entsprechenden Überlegungen ihres Bundesinnenministers Thomas de Maizière (CDU) eine Absage. (krk)

Bundeskanzelrin Angela Merkel (CDU): Wir schaffen das Foto: picture allaince/dpa

Unterstützung

Wenn Ihnen der Artikel gefallen hat: Unterstützen Sie die JF mit einer Spende.

Der nächste Beitrag

ähnliche Themen

All articles loaded
No more articles to load

aktuelles

All articles loaded
No more articles to load