Ex-AfD-Chef

Lucke gründet neue Partei

KASSEL. Ex-AfD-Chef Bernd Lucke hat am Sonntag in Kassel eine neue Partei mit dem Namen „Allianz für Fortschritt und Aufbruch“ (Alfa) ins Leben gerufen. Auf der Gründungsveranstaltung in Kassel wählten am Sonntag rund 70 Teilnehmer aus dem Verein „Weckruf 2015“ Lucke zum alleinigen Vorsitzenden.

„Lassen Sie uns die phantastische Atmosphäre der Weckruf-Treffen der vergangenen Wochen, den Zauber der ausgesprochen harmonischen Vor- und Nachtreffen in Essen aufnehmen und gehen wir unser Ziel noch einmal gemeinsam an“, sagte Lucke nach einem Bericht der Süddeutschen Zeitung.

Der Wirtschaftswissenschaftler war am 10. Juli nach monatelangem Machtkampf mit seiner Konkurrentin Frauke Petry aus der AfD ausgetreten. Zu den Mitgliedern der neuen Partei gehören auch die Europaabgeordneten Ulrike Trebesius, Bernd Kölmel und Joachim Starbatty.

Gauland: Alfa hat „keine großen Chancen“

Im Programmentwurf grenzt sich Lucke klar von seiner alten Partei ab. „Wir wenden uns gegen eine Politik der populistischen Schlagworte“, heißt es in der Präambel. Zu den Unterstützern der neuen Partei gehört auch der frühere Chef des Bundesverbandes der Deutschen Industrie, Hans-Olaf Henkel. Der ehemalige AfD-Bundesvize betonte gegenüber dem Handelsblatt, Alfa sei die „Anti-Euro-Partei“ und habe „fast die gesamt Euro- und Wirtschaftskompetenz aus der AfD mitgenommen“.

Im Programmentwurf greift die Partei die alte AfD-Forderung nach einer Verkleinerung oder Auflösung der Eurozone auf. Zudem wird ein umgehendes Ausscheiden Griechenlands aus dem Währungsverbund gefordert. Alternativ sollte Deutschland die Eurozone verlassen.

Lebensschützer protestieren gegen Partei-Namen

AfD-Vize Alexander Gauland räumte der Neugründung dagegen „keine großen Chancen“ ein. In dem politischen Spektrum, in welchem sich Luckes Partei verorte, tummelten sich schon zu viele Parteien, hieß es in einer Erklärung. Es sei „höchst unwahrscheinlich, daß Menschen Bernd Lucke folgen werden, der gerade fast eine Partei ruiniert hat“.

Unterdessen kündigte die Lebensschutzorganisation ALfA (Aktion Lebensrecht für Alle) an, rechtliche Schritte wegen einer möglichen Namensverletzung zu prüfen. „Wir sind keine Partei, sondern eine überparteiliche und  überkonfessionelle Bürgerrechtsbewegung“, sagte die Vorsitzende von ALfA, Claudia Kaminsk. „Vielleicht hätte  Herr Lucke jemanden fragen sollen, der sich mit Namensgebungen  auskennt. Dann wäre der peinliche Vorfall sicher zu verhindern gewesen.“

(fl)

> Ein Bericht über die Gründung von Alfa erscheint am Freitag in der aktuellen Ausgabe der JF

Nach dem „Weckruf“ nun ein Neustart mit „Alfa“ Foto: picture-alliance/dpa

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