AfD-Richtungsstreit

Lucke fordert Höcke zum Parteiaustritt auf

ERFURT. Der Vorsitzende der Alternative für Deutschland, Bernd Lucke, hat den Thüringer Landeschef Björn Höcke aufgefordert, aus der AfD auszutreten. „Seine Äußerungen zur NPD offenbaren Uneinsichtigkeit und einen erschreckenden Mangel an politischem Urteilsvermögen“, begründete Lucke seinen Vorstoß gegenüber der Thüringer Allgemeinen.

Hintergrund sind Höckes Äußerungen, nicht jedes NPD-Mitglied sei automatisch ein Extremist. „Ich halte es zudem schlicht für falsch, sämtliche Mitglieder dieser Partei über einen Kamm zu scheren und ihnen nicht zuzugestehen, dass auch sie in der Lage sind, einmal gewonnene falsche Überzeugungen zu überdenken und einen politischen Lernprozeß erfolgreich zu absolvieren“, sagte der Thüringer AfD-Landeschef.

Scharfe Kritik an NPD

Lucke zeigte sich darüber empört: „Die NPD und ihre Mitglieder sind extremistisch nicht nur, weil sie rassistisch und fremdenfeindlich sind, sondern auch, weil sie unsere parlamentarische Demokratie aktiv bekämpfen und zerstören wollen.“ Dies dürfe nicht verharmlost werden, indem deren Mitglieder als „politische Resozialisierungsfälle“ bezeichnet würden. „Auch Kriminelle können nur resozialisiert werden, wenn sie nicht mehr kriminell sind“, betonte der AfD-Sprecher.

Bereits am Donnerstag waren die ostdeutschen Landeschefs Alexander Gauland (Brandenburg) und Frauke Petry (Sachsen) von Höcke, wegen dessen Äußerungen zur NPD abgerückt. (ho)

AfD-Chef Bernd Lucke fordert Björn Höcke zum Austritt aus Foto: picture alliance/dpa

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