Sebastian Edathy
Sebastian Edathy: Wer informierte wen? Foto: dpa
Niedersachsen

Edathy-Ermittlungen: Fast 80 Amtsträger waren eingeweiht

HANNOVER. Die Zahl der Personen, die im Vorfeld über die Kinderporno-Ermittlungen gegen Sebastian Edathy (SPD) informiert waren, ist nach Angaben der CDU allein in Niedersachsen auf 79 gestiegen. „Nach unserer Erkenntnis hat sich die Zahl der Eingeweihten noch einmal erhöht“, sagte der CDU-Obmann im Edathy-Untersuchungsausschuß, Armin Schuster, der Rheinischen Post.

Auf Grundlage von drei bisherigen Listen der Staatskanzlei Niedersachsen sei er zuletzt von 57 Personen ausgegangen, sagte Schuster. „Eine neue Liste führt nun aber insgesamt schon 79 Politiker, Ermittler und Amtsträger aus Niedersachsen. Und wir wissen, daß selbst diese Liste noch unvollständig ist“, betonte Schuster.

CDU erhebt Vertuschungsvorwurf

Der CDU-Politiker erhob deswegen schwere Vorwürfe gegen die Behörden des von SPD und Grünen regierten Bundeslandes: „Ich muß mittlerweile an Methode der Landesverwaltung in Niedersachsen glauben, daß das wahre Ausmaß der damaligen Informationsweitergabe offenbar verschleiert werden soll“, sagte Schuster.

Bis heute ist ungeklärt, wer den früheren Bundestagsabgeordneten Sebastian Edathy über die Ermittlungen gegen seine Person informierte. Er selbst gibt an, vom Abgeordneten Michael Hartmann auf dem laufenden gehalten worden zu sein. Dieser habe seine Informationen direkt vom damaligen BKA-Chef Jörg Ziercke (beide SPD) erhalten. Ziercke weist die Vorwürfe zurück. Der Verfahren gegen Edathy wurde mittlerweile gegen eine Geldauflage von 5.000 Euro eingestellt. (ho)

> Mehr Infos zu Edathy-Affäre

Sebastian Edathy: Wer informierte wen? Foto: dpa

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