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Kleiderausgabe
Asylbewerber bei der Kleiderausgabe in einer Unterkunft in Wertheim Foto: picture alliance/dpa

10.000 zusätzliche Stellen
 

Bundesfreiwilligendienst soll Asyl-Helfer entlasten

BERLIN. Die Bundesregierung will Helfer des Bundesfreiwilligendienstes verstärkt zu Betreuung von Asylsuchenden einsetzen. Hierzu würden ab dem 1. Dezember bis zu 10.000 zusätzliche Stellen zur Verfügung gestellt, teilte das Bundesfamilienministerium am Dienstag mit.

„Derzeit leisten die vielen freiwilligen Helfer Großartiges. Wir wollen dieses Engagement unterstützen mit zusätzlichen 10.000 Stellen, in denen sich einheimische Freiwillige und auch Flüchtlinge einbringen können“, freute sich Familienministerien Manuela Schwesig (SPD). Im Bundeshaushalt für das kommende Jahr stünden dafür 50 Millionen Euro bereit.

„Nachhaltige Stärkung unserer Willkommenskultur“

„Im Hinblick auf den Zuzug der vielen von Krieg und Terror bedrohten Flüchtlinge in unserem Land ist es wichtig, daß wir die Flüchtlinge bei der Integration in unsere Gesellschaft tatkräftig unterstützen“, mahnte die SPD-Politikerin.

Der neue „Bundesfreiwilligendienst mit Flüchtlingsbezug“ sei ein wichtiger Baustein für die „nachhaltige Stärkung unserer Willkommenskultur“. Damit unterstütze die Bundesregierung das Engagement für Flüchtlinge genauso wie das Engagement von Flüchtlingen, die in Deutschland ein neues Zuhause finden wollten.

Behördengänge und Kleidung sortieren

Erstmals können sich auch geduldete Flüchtlinge sowie anerkannte Asylbewerber im Bundesfreiwilligendienst bei der Betreuung von Asylsuchenden betätigen. Zu den Aufgaben zählen unter anderem Sportangebote in Asylheimen, Begleitung bei Behördengängen, Fahrdienste oder die Tätigkeit als Dolmetscher. Ebenso das Aushelfen in der Kleiderkammer sowie das Sortieren und Verteilen von Sachspenden und Lebensmitteln.

Erst vor kurzem hatte der CDU-Bundestagsabgeordnete Eckhardt Rehberg wegen der steigenden Asylzahlen eine Dientspflicht für deutsche Jugendliche gefordert. Seiner Meinung nach sollten diese nach der Schule vor die Wahl gestellt werden, entweder ein Jahr zur Bundeswehr zu gehen oder ein soziales Jahr abzuleisten. Anders sei der Zufluß an Asylsuchenden und deren Integration nicht zu bewältigen. (krk)

Asylbewerber bei der Kleiderausgabe in einer Unterkunft in Wertheim Foto: picture alliance/dpa
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