Gewerkschaft

Ansturm aus dem Kosovo überfordert Bundespolizei

BERLIN. Die Bundespolizeigewerkschaft hat vor einem Ansturm illegaler Einwanderer aus dem Kosovo gewarnt. „Die Bundespolizei steht an der österreichischen Grenze unmittelbar vor dem Kollaps. Die Massenzuwanderung aus dem Kosovo hat zu einer dauerhaften Überlastung geführt“, beklagte der Vorsitzende der zur Deutschen Polizeigewerkschaft gehörenden Vereinigung, Ernst G. Walter.

Es würden rund um die Uhr an der Grenze zu Österreich zahlreiche illegale Einwanderer aus dem Kosovo festgenommen. Diese kämen per Zug in Großgruppen oder in Fahrzeugen. Auch mit der kürzlich beschlossenen personellen Verstärkung aus dem gesamten Bundesgebiet werde sich „der explodierende Zuzug aus dem Kosovo“ bewältigen lassen, gab die Gewerkschaft zu bedenken.

Vor zwei Wochen hatte bereits die deutsche Botschaft im Kosovo vor einem „Massenexodus“ von Kosovoalbanern nach Deutschland gewarnt. Aufgrund der hohen Sozialleistungen in der Bundesrepublik müsse damit gerechnet werden, daß monatlich zwischen 25.000 und 30.000 Kosovaren ihr Heimatland in Richtung Deutschland verließen.

Schnellere Asylverfahren sollen abschrecken

Die Bundespolizeigewerkschaft forderte daher, alles dafür zu tun, damit die illegale Einwanderung der Kosovoalbaner bereits in ihrem Heimatland unterbunden werde. Die Maßnahme, deutsche Bundespolizisten zur Unterstützung an die ungarisch-serbische Grenze zu schicken, sei daher richtig, wenn auch kein „Allheilmittel“.

Sinnvoll sei zudem die Absicht von Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU), Asylanträge aus dem Kosovo innerhalb von 14 Tagen bearbeiten zu lassen. „Schnelle Entscheidungen mit der Gewißheit, wegen des fehlenden Schutzbedürfnisses in Deutschland kein Asyl zu bekommen, geben auch ein deutliches Signal an diejenigen, die den Migrationsweg meist mit Hilfe krimineller Schleuserbanden vom Kosovo aus erst antreten wollen“, sagte Walter. (krk)

Ein Beamter der Bundespolizei kontrolliert ausländische Ausweise Foto: picture alliance/dpa

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