Bildschirmfoto_2013-07-31_um_12.45.08

Ermittlungen wegen Volksverhetzung
 

Polizei durchsucht Bushidos Büroräume

Bildschirmfoto_2013-07-31_um_12.45.08
Bushido (mitte): Haßrapper verspottet Polizisten Foto: Imago

BERLIN. Beamte des Landeskriminalamtes haben am Mittwoch die Büroräume des Rappers Bushido in Berlin durchsucht. Dem Musiker wird Volksverhetzung, Gewaltverherrlichung und Beleidigung vorgeworfen. Konkret geht es um das Lied „Streß ohne Grund“, das vor wenigen Wochen veröffentlicht wurde.

„In dem Musikstück soll namentlich die Bevölkerungsgruppe der männlichen Homosexuellen dadurch herabgewürdigt werden, daß sie zum Objekt von Gewalttätigkeiten gemacht werden darf“, teilte die Berliner Generalstaatsanwaltschaft mit. Ziel der Hausdurchsuchung sei das „Auffinden von Beweismitteln“ sowie „die bundesweite Beschlagnahme der zur Verbreitung bestimmten Exemplare“.

Politiker stellten Strafanzeige

In dem Musikvideo ist Bushido, der mit bürgerlichem Namen Anis Mohamed Youssef Ferchichi heißt, als fiktiver Kurierfahrer bei einer Geldübergabe zu sehen. Zu dem martialischen Auftreten heißt es unter anderem: „Kay, du Bastard, bist jetzt vogelfrei / du wirst in Berlin in deinen Arsch gefickt wie Wowereit“, „ich verkloppe blonde Opfer, so wie Oli Pocher“, „ich schieß auf Claudia Roth, und sie kriegt Löcher wie ein Golfplatz“ oder „ich will, daß Serkan Tören jetzt ins Gras beißt“.

Zuvor hatten mehrere Politiker, darunter auch Berlins Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) und der integrationspolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, Serkan Tören, Strafanzeige gegen Bushido gestellt. Mitte Juli hatte die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien das dazugehörige Album „NWA“ auf den Index gesetzt. Es darf damit nur noch an Erwachsene verkauft und nicht mehr öffentlich beworben werden.

Bushido verspottet Polizei

Über den Kurznachrichtendienst Twitter verspottete der Rapper die Polizisten. „Ich grüsse die zahlreichen Beamten, die ganz tapfer mein Büro durchsuchen, um eine ‘gefährliche’ CD zu beschlagnahmen.“ Kurz darauf ergänzte er: „So Durchsuchung beendet, glaube die wollten einfach nur CDs umsonst abgreifen. Aufgeräumt hat keiner, dachte dafür waren die Damen dabei.“ (ho)

Probeabo JF 2021 Gratis lesen

Wenn Ihnen der Artikel gefallen hat: Unterstützen Sie die JF mit einer Spende.

Der nächste Beitrag

ähnliche Themen
aktuelles