Raus aus der Schule – ran an den Trog

Herzlich willkommen zur beliebten Rubrik „Wackere Genossen im Kampf gegen die nächste Machtergreifung“, Episode 596. Heute unter dem Titel: „Ich bin jung und warte auf’s Geld“. Wenn sich schon (?) der WDR mit einem Abiturienten wie dem Duisburger Leon Wystrychowski beschäftigt, kann man das wohl auch hier einmal thematisieren.

Der Leon ist nämlich quasi das Aushängeschild der antifaschistischen Widerstandsgruppe an seinem ehemaligen Gymnasium. Dort haben die wackeren Streiter für Freiheit und Sozia… ähm, Toleranz in heldenhafter Pflichterfüllung die Annahme des traditionellen Abiturgeschenks des Ehemaligenvereins – Schulchronik und Albertusnadel – verweigert, weil der Sammelband mit Beiträgen ehemaliger Absolventen der Schule voller „Nazi-Propaganda“ sei und die Nadel (die an die Universität Königsberg erinnert; was auch immer das mit dem Duisburger Gymnasium zu tun hat) „symbolisch für deutschen Besitzanspruch auf polnische und russische Gebiete“ stehe.

Selbst ins Staatsfernsehen hat es Leon, Held der Bewegung, damit geschafft: Vom WDR-Büttel pflichtschuldigst anmoderiert mit „Zum Abitur gibt’s noch ein bißchen braungefärbte Weltsicht gratis für den weiteren Lebensweg“, darf er dort von der „angeblichen Vertreibung der Deutschen aus heute polnischen und russischen Gebieten“ schwadronieren und auch sonst umfangreich klarstellen, daß er keine Ahnung hat, wovon er da eigentlich redet.

Eilfertig den Bückling gemacht

Im Grunde ist seine Person auch keine weitere Beschäftigung wert. Spätestens an der Universität, sollte er etwas Geisteswissenschaftliches studieren wollen, wird er schon die Ohren anlegen – sein derzeitiges Gehabe im Umgang mit Primärquellen zeugt jedenfalls nicht davon, daß er aus seinem Geschichtsabitur irgend etwas mitgenommen hat. Viel schlimmer ist eher die Haltung des „kommissarischen Schulleiters“ (nomen est omen?) der im doppelten Wortsinn betroffenen Schule, der sofort eilfertig den Bückling gemacht hat. Selbst der Vorsitzende des Ehemaligenvereins geht vor der WDR-Kamera brav in Sack und Asche und äußert noch seine Beruhigung darüber, daß es so „kritische“ junge Menschen gebe. Märchenhaft, geradezu ein bundesrepublikanisches Träumchen.

Wer interessiert ist, kann die inkriminierten Stellen des Buches übrigens beim „Duisburger Netzwerk gegen Rechts“ (sic!) nachlesen und dabei den Kopf schütteln. Leon hat nämlich das getan, was man heutzutage als aufrechter Nazijäger-Jungpionier und Anwärter auf die Futtertröge der volkspädagogischen Industrie eben zu tun hat: Er ist, ohne zu zögern, mit Linkspartei, VVN-BdA etc. pp. ins Bett gestiegen. So wird man denn auch zum medialen Siegertypen.

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