Markus Krall Freiheit oder Untergang
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Energiewende
 

Jedes fünfte konventionelle Kraftwerk vor dem Aus

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Kohlekraftwerk in Elverlingsen: Gefahr für das Stromnetz steigt Foto: Wikimedia/Dr.G.Schmitz Lizenz: https://bit.ly/4kBg0I

BERLIN. Die großen Energiekonzerne planen offenbar gegen den Willen der Bundesnetzagentur eine massenhafte Abschaltung konventioneller Kraftwerke. Wie die Süddeutsche Zeitung berichtet, soll in den kommenden Jahren jedes fünfte Kohle- und Gaskraftwerk abgeschaltet werden. Auch derzeit noch laufende Atomkraftwerke könnten vorzeitig stillgelegt werden.

Die zuständige Bundesnetzagentur zeigte sich entsetzt von den Plänen. „In Süddeutschland werden wir keine weiteren Stillegungen akzeptieren“, sagte eine Sprecherin der Behörde. Die Netzagentur befürchtet aufgrund der unzuverlässigen Stromerzeugung auf Basis alternativer Energieträger einen Zusammenbruch des Stromnetzes.

SPD spricht von „Hiobsbotschaft“

Bereits jetzt liegen 15 Anträge für Kraftwerksschließungen vor. Wie das Blatt weiter berichtet, könnten dazu zusätzliche Stillegungen durch den Energiekonzern Eon kommen. Auch bei RWE stehen demnach mehrere tausend Kilowatt auf dem Prüfstand. Angesichts der Privilegierung von Wind- und Solarkraftanlagen, für die Verbraucher durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz deutlich mehr zahlen müssen, ist der Betrieb von konventionellen Kraftwerken zunehmend unrentabel geworden.

Die SPD bezeichnete die Pläne als „Hiobsbotschaft“. Fossile Kraftwerke auf Gas- und Kohlebasis „werden als Regelenergie in der Energiewende mittelfristig weiterhin gebraucht“, sagte Matthias Machnig, Mitglied im „Kompetenzteam“ des SPD-Spitzenkandidaten Peer Steinbrück. Sollte es tatsächlich dazu kommen, werde die Versorgungssicherheit in Deutschland massiv gefährdet. Er forderte die Bundesregierung auf, die Energieversorger im Notfall zu zwingen, unrentable Kraftwerke weiter am Netz zu lassen. (ho)

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