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Berlin-Kreuzberg
 

Linksradikale vertreiben Museum

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Das Guggenheim-Museum in Berlin-Mitte Foto: Deutsche Guggenheim Berlin/David Heald

BERLIN. BMW und die New Yorker Guggenheim-Stiftung haben den Bau eines geplanten Freiluftmuseums in Berlin abgesagt. Der Grund: Linksradikale Anwohner hatten Aktionen gegen das Projekt angekündigt. Sie fürchten eine Aufwertung ihrer Wohngegend.

„Aufgrund der hohen Gefährdungseinstufung seitens der Polizei und lokaler Behörden“ habe die Stiftung entschieden, das Museum nicht am ursprünglich vorgesehenen Standort in Kreuzberg zu errichten lassen, berichtet die Berliner Morgenpost. Eine „kleine Minderheit“ habe gewalttätige Übergriffe gegen das Projekt angekündigt.

In der vergangenen Woche hatten linke Gruppen gegen das Museum protestiert. Im Internet kündigt eine linke Anwohnerinitiative an, „alle Versuche zu unterstützen“, das Projekt zu verhindern. Die Initiatoren lehnen die damit verbundene Aufwertung ihres Umfelds ebenso ab wie den daran beteiligten BMW-Konzern, dessen Grundkapital aus „Arisierungen und Ausbeutung von ZwangsarbeiterInnen während der Herrschaft der Nationalsozialisten“ stamme und der sich für Kapitalismus einsetze.

Das „BMW Guggenheim Lab“ sollte in einer besonders heruntergekommenen Gegend im Berliner Problemstadtteil Kreuzberg entstehen. Das Museum sollte sich mit Problemen in großen Städten befassen und nur provisorischen Charakter haben. Die Einweihung in Gegenwart des Regierenden Bürgermeisters Klaus Wowereit (SPD) war für den 23. Mai geplant. Medienberichten zufolge bemühen sich die Initiatoren um einen anderen Standort, beispielsweise im Berliner Stadtteil Prenzlauer Berg. Ob sich das in der Kürze der Zeit noch realisieren läßt, ist aber mehr als fraglich. (rg)

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