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Christenverfolgung
 

Saudischer Großmufti will Kirchen zerstören lassen

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Abd al-Aziz bin Abdullah Al asch-Schaich: Der saudische Geistliche läßt sich nicht auf den „interreligiösen Dialog“ ein Foto: Wikimedia/Kamtanoli375 mit CC-Lizenz bit.ly/4Ynp37

RIAD. Der saudische Großmufti Abd al-Aziz bin Abdullah Al asch-Schaich hat die Zerstörung aller Kirchen auf der arabischen Halbinsel gefordert. Er begründete seine Forderung mit einem überlieferten Zitat des sterbenden Mohammed, wonach es auf der arabischen Halbinsel keine zwei Religionen geben dürfe. Da Kuwait auf der arabischen Halbinsel liegt, schlußfolgerte der 1943 in Riad geborene, erblindete Abdullah Al asch-Schaich, müßten die dortigen christlichen Kirchen zerstört werden.

Anlaß war ein islamisches Rechtsgutachten (Fatwa), das auf Anfrage der kuwaitischen Gesellschaft zur Wiederbelebung des Islamischen Erbes verkündet wurde. Diese wollte von der höchsten islamischen Autorität in Saudi-Arabien verbindlich geklärt wissen, ob in Kuwait neue christliche Kirchen errichtet werden dürfen. Mehrere kuwaitische Parlamentsabgeordnete hatten zuvor ein Neubauverbot gefordert. Die Zahl der Christen in Kuwait stehe in keinem Verhältnis zur Anzahl der Kirchen, argumentierten sie.

Die christlichen Minderheiten im Nahen Osten reagierten mit Entsetzen auf die Äußerungen des saudischen Geistlichen. In diversen Internetblogs wurde die Befürchtung laut, daß die Fatwa auch in Ägypten, Syrien und im Libanon, wo kürzlich ein Kloster in der Bekaa-Ebene angegriffen wurde, umgesetzt werden könnte. In Ägypten leben rund 13 Millionen Christen, in Syrien 2,4 Millionen, im Libanon 1,6 Millionen und in Jordanien etwa 400.000 Christen. (cs)

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