LMV Diagnose PANikDEMIE
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Aufruf zur Gewalt
 

Polizei durchsucht Räume von Jenaer Jugendpfarrer

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Linksextreme Ausschreitungen während des im Februar 2010 in Dresden Foto: JF

JENA. Die sächsische Polizei hat am Mittwoch die Wohnung und das Dienstzimmer des Jenaer Jugendpfarrers Lothar König wegen des Verdachts des „aufwieglerischen Landfriedensbruchs“ durchsucht. Ein Sprecher der Dresdner Staatsanwaltschaft sagte der JUNGEN FREIHEIT, aus dem von König geführten Lautsprecherwagen soll während eines Aufmarsches der linksextremen Szene am 13. Februar in Dresden mehrfach zur Gewalt gegen Polizeibeamte aufgerufen worden sein.

So sei unter anderem gerufen worden: „Deckt die Bullen mit Steinen ein!“ Der Pfarrer,der auch im Stadtrat sitzt, habe zudem versucht, ein Polizeifahrzeug abzudrängen und sich danach der Strafverfolgung entzogen. Während der Proteste gegen den jährlichen „Trauermarsch“ der „Jungen Landsmannschaft Ostdeutschland“ zur Erinnerung an die alliierte Bombardierung der Stadt wurden mehr als 100 Polizisten zum Teil schwer verletzt. Anhänger der linken Szene hatten die Sicherheitskräfte mit Steinen angegriffen und versucht mehrere Polizeiketten zu durchbrechen.

Die von König geleitete Junge Gemeinde (JG) war in der Vergangenheit immer wieder als Anlaufstelle für gewaltbereite Jugendliche vornehmlich aus der linken Szene aufegfallen. Bei Razzien wurden Graffiti-Utensilien, Farbbeutel und Haschisch gefunden. Auch Angriffe auf Jenaer Studentenverbindungen sollen mutmaßlich aus dem Umfeld des Gemeindeshauses verübt worden seien.

Evangelische Kirche verurteilt Durchsuchung

Evangelische Kirchenvertreter zeigten sich empört über die Hausdurchsuchung. Der stellvertretende Landesbischof der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM), Hans Mikosch, bezeichnete den Polizeieinsatz als „unangemessen“. Zumindest hätten zuvor die Vorgesetzten des Jugendpfarrers informiert werden müssen, beklagte der Theologe.

Medienberichte, wonach die sächsischen Behörden den Einsatz nicht mit der thüringischen Polizei abgestimmt haben sollen, wies die Dresdner Staatsanwaltschaft gegenüber der JF zurück. Die Polizei in Thüringen sei telefonisch über den Einsatz informiert worden. (ho)

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