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Mecklenburg-Vorpommern
 

Pakistaner wegen fingierten Brandanschlags verurteilt

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Amtsgericht Wismar: „richtig perfide“ Foto: Wikipedia

WISMAR. Das Amtsgericht Wismar hat einen aus Pakistan stammenden Mann verurteilt, der einen Brandanschlag auf seinen Imbiß vorgetäuscht hatte. Der Angeklagte habe die Gaststätte in Karow vor zwei Jahren selbst in Brand gesetzt, um 40.000 Euro von der Versicherung zu erschleichen. Ein Gutachten deutete zudem auf gefälschte Einbruchsspuren hin.

„Richtig perfide“ nannte der Richter die Hakenkreuz-Schmierereien am Tatort, die den Verdacht auf Rechtsextreme lenken sollten. Tatsächlich hatte der Vorfall deutschlandweit für Aufsehen gesorgt, obwohl schon frühzeitig ein entsprechender Verdacht gegen den Wirt geäußert worden war. Mecklenburg-Vorpommerns Innenminister Lorenz Caffier (CDU) hatte unmittelbar nach dem Brand noch von einem rechtsextremistisch und ausländerfeindlich motivierten Anschlag gesprochen.

Ansehen Deutschlands schwer geschadet

Das Gericht verurteilte den 42jährigen Betrüger nun zu drei Jahren und drei Monaten Haft. Er habe dem Ansehen Deutschlands schwer geschadet, begründete der Vorsitzende Richter Kai Jacobsen die hohe Haftstrafe, welche die von der Staatsanwaltschaft geforderte Dauer noch um sieben Monate übertraf. Die Verteidigung kündigte an, das Urteil anzufechten und Beschwerde gegen den Haftbefehl einzulegen. (FA)

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