Keine_Ruhe

Zweiter Weltkrieg
 

Mittenwald erinnert mit Denkmal an Opfer der Gebirgsjäger

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„Stein des Anstoßes“ auf der Internetseite keine-ruhe.org Ausschnitt: JF

MITTENWALD. In Mittenwald ist am Sonntag ein umstrittenes Denkmal eingeweiht worden, mit dem eine linke Gruppe an Opfer von Kriegsverbrechen im Zweiten Weltkrieg erinnern will. Erstellt wurde das Denkmal mit dem Titel „Stein des Anstoßes“ vom „Arbeitskreis Angreifbare Traditionspflege“. Die Gruppierung organisiert seit Jahren die Proteste gegen die traditionelle Gedenkfeier am Ehrenmal für die Gefallenen der Gebirgstruppe am Hohen Brendten bei Mittenwald.

Der „Stein des Anstoßes“ soll laut Inschrift an die „Opfer der Kriegsverbrechen, die im Zweiten Weltkrieg von Gebirgsjägern der deutschen Wehrmacht in ganz Europa begangen wurden“ erinnern und besteht aus einer Metallstele und einem Schaukasten, in dem sich Steine aus dem italienischen Ort Falzano di Cortona befinden.

Das Dorf war im Juni 1944 Schauplatz einer Vergeltungsaktion deutscher Gebirgsjäger, bei der 14 Menschen getötet worden sein sollen. Im vergangenen November war deswegen der ehemalige Wehrmachtoffizier Josef S. vor dem Münchner Schwurgericht zu lebenslanger Haft verurteilt worden.

Mittenwald will mit Denkmal ein Zeichen setzen 

Der Arbeitskreis Angreifbare Traditionspflege hatte das Denkmal Ende Mai vergangenen Jahres anläßlich des Gebirgsjägertreffens zu Pfingsten vor dem Bahnhof aufgestellt. Da dies ohne die Genehmigung der Stadt geschehen war, hatte die Verwaltung das Denkmal jedoch wieder abräumen lassen. Nach längerem Streit einigten sich dann Arbeitskreis, Kirche und Gemeinde darauf, den „Stein des Anstoßes“ auf dem Geländer der Grund- und Hauptschule wieder aufzustellen.

An der Einweihung des Denkmals nahmen auch Vertreter der Mittenwalder Gebirgsjägerkaserne und der Garmisch-Partenkirchner Landrat Harald Kühn (CSU) teil. Bürgermeister Adolf Hornsteiner (CSU) sagte nach einem Bericht der Nachrichtenagentur ddp, Mittenwald setze mit dem Denkmal ein Zeichen. Man wolle nicht die Augen vor den schrecklichen Ereignissen in der Zeit des Nationalsozialismus verschließen.

Ein Vertreter des Arbeitskreises Angreifbare Traditionspflege warf der Garnisonsgemeinde Mittenwald dagegen vor, zu lange über die Verbrechen der Gebirgsjäger geschwiegen zu haben. (krk)

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