Türkei: Wieder Angriff auf christlichen Buchladen

Bibel
Das Buch der Bücher darf in der Türkei nicht offen verschenkt werden. Foto: flickr/Wonderlane

ADANA. Nach Drohungen türkischer Nationalisten ist ein christlicher  Buchladen in Adana zum zweiten Mal innerhalb einer Woche verwüstet worden. Unbekannte traten die Eingangstür eines Geschäfts der türkischen Bibelgesellschaft ein, zerschlugen die Schaufensterscheiben und zerstörten die Überwachungskameras, wie die evangelische Nachrichtenagentur idea berichtet.

Der Buchladen hatte nach Angaben des Informationsdienstes Compass Direct zuvor bereits mehrfach Drohungen von türkischen Nationalisten und Moslems erhalten. So wurde dem Ladenbesitzer vorgeworfen, Mitarbeiter des amerikanischen Geheimdienstes zu sein und dabei zu helfen, Moslems zu töten.

Keine Möglichkeit, Vorurteile abzubauen

Auf der Frankfurter Buchmesse vergangenen Herbst übte die Geschäftsführerin der türkischen Bibelgesellschaft, Tamara Karasu, Kritik an der Türkei. So werde es Christen verwehrt, religiöse Vorurteile der türkischen Bevölkerung durch sachliche Informationen zu bekämpfen. „Wir bewegen uns auf einem schmalen Grat“, zitiert sie das christliche Nachrichtenportal jesus.ch.

Eine christliche Mission ist in der Türkei verboten. Christen dürfen daher beispielsweise auf der Straße kein Informationsmaterial verteilen oder Bibeln verschenken. Den Argwohn muslimischer Radikaler erwecken christliche Buchläden als Kristallisationspunkte christlichen Lebens.

Den bisherigen Höhepunkt bildete die Folterung und Ermordung des Deutschen Tilman Geske und zwei weiterer Mitarbeiter eines Bibelverlags in Malatya. Die Witwe Susanne Geske bezeichnete ihren Mann im Gespräch mit der JUNGEN FREIHEIT als „Märtyrer“.

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