Joachim Kuhs

 

Kopftuchstreit: Kassiererin fühlt sich diskriminiert

Kopftuecher_in_Kabul
Marktszene in Kabul. Teil eines multikulturellen Europas? Foto: Flickr/Carol Mitchell

ISENBÜTTEL. Die Kassiererin eines Supermarktes im niedersächsischen Isenbüttel sieht sich aufgrund ihres Kopftuchs von Kunden diskriminiert. „Ich merke nicht selten am Blick der Kunden, wie fassungslos sie über das Tuch sind“, sagte Sabiha Gökkus gegenüber der Braunschweiger Zeitung. „So etwas ärgert mich, wir sind doch ein multikulturelles Europa, das geht über mein Verständnis hinaus.“

Sie lebe seit dreißig Jahren im Ort und kenne die meisten Kunden beim Namen. Unterstützung erhält Gökkus auch von der Geschäftsinhaberin Katrin Bornemann: „Für mich spielt Toleranz eine große Rolle“, die aber bei ausländerfeindlichen Parolen aufhöre. Auch der SPD-Bürgermeister Peter Zimmermann verurteilt das Verhalten der Kunden: „Das wird nicht geduldet!“

„Diskriminierungserfahrungen“ muslimischer Frauen?

Gökkus selbst sieht keinen Widerspruch zwischen ihrem abgrenzenden Verhalten und dem Einfordern von Toleranz: „Das ist meine Religion, das hat nichts mit Zwang oder verweigerter Anpassung zu tun.“ Der Berliner Senat hatte sogar eine Broschüre herausgegeben, in der Muslima von „Diskriminierungserfahrungen“ berichteten.

Bereits in der Vergangenheit hat der Umgang mit dem islamischen Kopftuch immer wieder für Streit gesorgt. So unterlag kürzlich vor dem Bundesverwaltungsgericht in Leipzig eine Lehrerin und islamische Konvertitin, die auf das Recht klagte, ihre Schüler mit Kopftuch unterrichten zu dürfen.

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