Islamrat verlangt mehr Respekt für Moslems

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KÖLN. Der Islamrat hat anläßlich der neuen Integrationsstudie der Bundesregierung mehr „Respekt“ für Moslems gefordert. Dadurch könne man diese besser zur Integration motivieren, sagte der Vorsitzende des Islamrats, Ali Kizilkaya, in einem Gespräch mit dem Deutschen Depeschendienst.

„Ausgrenzungserfahrungen“ wirken dagegen „hemmend“. Bildungsprobleme seien „nicht ethnisch bedingt“, sondern hier sei unter anderem die Politik gefordert, die Chancen von Einwandererkindern zu verbessern.

Auch forderte Kizilkaya eine Intensivierung des Dialogs zwischen den christlichen Kirchen und den muslimischen Verbänden, der allerdings „auf gleicher Augenhöhe“ stattzufinden habe und frei sein müsse von „Mission und Belehrung“, berichtet die evangelische Nachrichtenagentur Idea. Bisher sei dieser „leider von Distanz geprägt“. Als Grund nannte Kizilkaya die Regensburger Rede von Papst Benedikt XVI. und den von der Evangelischen Kirche Deutschland (EKD)herausgegebenen Leitfaden zum Islam.

Regensburger Rede und Leitfaden als „Irritation“

Der Papst hatte 2006 in einer Rede den Byzantinischen Kaiser Manuel II. Palaiologos (1350-1425) zitiert, in dem dieser Gewalt als Mittel zur Ausbreitung von Religion strikt ablehnte. So hieß es wörtlich: „Zeig mir doch, was Mohammed Neues gebracht hat, und da wirst du nur Schlechtes und Inhumanes finden wie dies, daß er vorgeschrieben hat, den Glauben, den er predigte, durch das Schwert zu verbreiten.“

Weiter heißt es in dem Zitat von Manuel II: „ Der Glaube ist Frucht der Seele, nicht des Körpers. Wer also jemanden zum Glauben führen will, braucht die Fähigkeit zur guten Rede und ein rechtes Denken, nicht aber Gewalt und Drohung.“ Ähnlich heißt es auch im Leitfaden der EKD. So könnten es auch Glaubensüberzeugungen nicht rechtfertigen, „daß man anderen den Respekt versagt, grundlegende Menschenrechte in Frage stellt und die Achtung der eigenen Überzeugung durch Einschüchterung, Drohung oder Gewaltanwendung einfordert“.

Dieses Papier habe laut Kizilkaya zu Irritationen geführt, die nach wie vor beständen, da die EKD „nichts unternommen“ habe, „um sie aus der Welt zu schaffen“. Kizilkaya zeigte sich zudem verärgert über das Kopftuchverbot für Lehrerinnen in Schulen, das vor wenigen Tagen vom Bundesverwaltungsgericht bestätigt wurde. Dies sei „ein Schlag gegen die Integrationsbemühungen muslimischer Frauen im Arbeitsalltag“. Ziel von Integrationspolitik dürfe nicht „Assimilation“ sein.

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