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Kritik an Papst-Maßregelung der Kanzlerin wächst

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Papst Benedikt XVI Fotograph: Ronald Gläser

BERLIN. Die Stimmen aus der eigenen Partei mehren sich, die Kritik an der Maßregelung Papst Benedikt XVI. durch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) üben. Nachdem sich Bundestagspräsident Norbert Lammert bereits indirekt gegen Merkels Einmischung ausgesprochen hatte, äußert sich der CSU-Bundestagsabgeordnete Norbert Geis mit scharfen Worten.

„Frau Merkel hat daneben gegriffen“, sagte er gegenüber der Mitteldeutschen Zeitung. Sie hätte sich nicht in die Angelegenheit einmischen sollen: „Ich halte das für unglücklich.“ Der Papst habe sich zu diesem Zeitpunkt bereits distanziert. „Sie war offenbar nicht darüber informiert.“ Der Vatikan habe in der Vergangenheit den Holocaust immer als furchtbares Verbrechen bezeichnet. „Man kann das nicht ständig wiederholen. Dabei macht man sich ja lächerlich“, stellte der JF-Kolumnist fest.

Auch innerhalb der katholischen Kirche wird Merkels Einlassung als unzulässig betrachtet. So zeigte sich Pater Georg Ratzinger, der Bruder des Papstes, persönlich enttäuscht von der Kanzlerin. „Ich habe sie immer als vernünftige Frau gesehen.

Papst braucht keinen „Nachhilfeunterricht“ von Merkel

Aber vielleicht steht sie momentan auch unter Druck“, mutmaßte Ratzinger gegenüber der Leipziger Volkszeitung. Sein Bruder brauche keine Verteidigung, aber „es ärgert mich, wie unvernünftig und schlecht informiert viele Leute sind, die ihn jetzt angreifen“.

Wesentlich schärfer äußerte sich der Augsburger Bischof Walter Mixa. Die Haltung des Papstes zum Holocaust und seine „unverbrüchliche Sympathie“ für die Juden als die „älteren Brüder der Christen“ sei bereits sehr deutlich ausgedrückt worden. „Diesbezüglich benötigt der Heilige Vater keinen Nachhilfeunterricht der deutschen Regierungschefin.“

Wer einen Zusammenhang zwischen der Aufhebung der Exkommunikation und den Äußerungen des Bischofs der Pius-Bruderschaft herstelle, dem gehe es in Wirklichkeit nicht um Wahrheit, sondern um eine Beschädigung des öffentlichen Ansehens der katholischen Kirche.

Williamson weiterhin katholischer Glaubensbruder

Auch der deutsche Distriktobere der Pius-Bruderschaft, Pater Franz Schmidberger, verbat sich eine Einmischung der Kanzlerin. Dies seien innere Angelegenheiten der Kirche, die Merkel nicht verstünde. „Sie ist ja auch nicht katholisch“, sagte er in einem vorab veröffentlichten Gespräch mit dem Südwestrundfunk.

Persönlich distanzierte sich Schmidberger von den Äußerungen Williamsons, machte aber deutlich, daß dessen Aufhebung der Exkommunikation davon unberührt bliebe. Williamson sei ein Glaubensbruder, „solange er die katholischen Dogmen anerkennt“.

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