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Islamkritiker Ulfkotte kritisiert Pax Europa

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Islamkritiker Udo Ulfkotte: „Plattform für rechtsradikale Radaubrüder“ Foto: Eichborn Verlag/Doris Ulfkotte

BERLIN. Der Islamkritiker Udo Ulfkotte hat nach seinem Austritt aus der Bürgerbewegung Pax Europa deren Vorstand scharf kritisiert. Der Verein habe sich zu einer „Plattform für rechtsradikale Radaubrüder“ entwickelt.

Der bisherige Präsident von Pax Europa hatte den Verein wegen der Veröffentlichung diverser Karikaturen verlassen. In diesen waren Moslems unter anderem als Schweine und Terroristen dargestellt worden. Mittlerweile soll die Staatsanwaltschaft wegen Volksverhetzung ermitteln.

Karikaturen im Stil des Stürmers

Ulfkotte hatte den Vorsitzenden von Pax Europa, Willi Schwend, sowie weitere Mitglieder des Vorstandes aufgefordert, Konsequenzen aus der Karikaturenaffäre zu ziehen und ihre Ämter ruhen zu lassen. Die Mitgliederversammlung lehnte den Antrag auf Abwahl Schwends am Wochenende jedoch mit großer Mehrheit ab.

Für Ulfkotte hat sich Pax Europa damit selbst ins Aus gestellt. „Die Mitgliederversammlung hat das strafrechtlich relevante Verhalten des Vorstandes gebilligt“, sagte er der JUNGEN FREIHEIT. Eine weitere Mitgliedschaft in dem Verein mache daher für ihn keinen Sinn mehr.

„Wir müssen uns an das Grundgesetz halten. Man darf nach unserer Geschichte keine Karikaturen im Stil des Stürmers verbreiten.“ Personen aus dem Umfeld der Bundesregierung hätten Ulfkotte zudem darauf aufmerksam gemacht, daß eine Veröffentlichung der Karikaturen in der arabischen Welt erhebliche Konsequenzen nach sich ziehen würde. Dies wolle er nicht zu verantworten haben.

Parteigründung nicht vom Tisch

Der ehemalige Redakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung will sich jedoch auch in Zukunft islamkritisch engagieren – allerdings nicht mehr in der Form eines Vereins wie mit Pax Europa. Hier laufe man einfach zu sehr Gefahr, von Chaoten überrannt zu werden. „Wenn, dann nur noch als Stiftung, in der sich ein harter Kern aus Mitgliedern zusammenschließt und unter denen blindes Vertrauen herrscht.“

Das Thema Parteigründung ist für Ulfkotte dennoch nicht endgültig vom Tisch. Wenn seine Pläne auch durch die jüngste Geschichte langfristig um ein bis zwei Jahre nach hinten gerückt seien, könne er sich immer noch vorstellen, irgendwann eine konservative islamkritische Partei auf europäischer oder nationaler Ebene ins Leben zu rufen.

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