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Gewaltdebatte: Feuilleton-Chef der „Zeit“ fühlt sich mißverstanden

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Zeit Feuilleton-Chef Jessen in seinem Videobeitrag

HAMBURG. Der Feuilleton-Chef der Zeit, Jens Jessen, hat sich „erschrocken“ über die Reaktionen auf seine Videokolumne zur Debatte über kriminelle ausländische Jugendliche gezeigt. Augenscheinlich hätten viele seinen Kommentar nicht verstanden „oder nur auf eine Gelegenheit zum Losschlagen“ gewartet, schreibt Jessen auf der Internetseite der Zeit.

Die Zeit hatte am Wochenende auf ihrer Internetseite einen Videobeitrag veröffentlicht, in dem sich Jessen zu den möglichen Ursachen für den Überfall auf einen Rentner in der Münchner U-Bahn geäußert und eine „Atmosphäre der Intoleranz“ in Deutschland beklagt hatte.

„Keineswegs habe ich, wie mir die meisten unterstellen, die an der Münchner Gewalttat beteiligten Ausländer zu rechtfertigen versucht.“ Er beharre allerdings darauf, daß Deutschland ein Spießer-Problem habe. „Und daß in diesem Land mit unerbetenen und zudringlichen Ermahnungen, Ratschlägen, Besserwissereien und scheelen Blicken jeder Ausländer schlechte Erfahrungen macht, auch Briten, Franzosen oder Österreicher.“

Wenn es überhaupt stimme, daß es eine latente oder sogar virulente Gewaltbereitschaft unter ausländischen Jugendlichen gebe, die die ihrer deutschen Generationsgenossen übersteigt, dann lohne es sich, die Ursachen zu verstehen, rechtfertigt sich Jessen. Dieses Verstehen heiße nicht zugleich rechtfertigen.

Auf Kritik gestoßen war auch ein Lenin-Portrait, daß – wie in dem Video zu sehen ist – in Jessens Büro hängt. Dieses Bild sei keine „Ikone“, sondern eine „Trophäe“ und stamme aus der SED-Parteileitung der Universität Leipzig. Ein Student habe es ihm nach der Wende „in Anerkennung meiner publizistischen Unterstützung der Stasi-Enttarnung geschenkt“.

Jens Jessen verteidigt seine Videokolumne

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