EU will „Geschlechterstereotypen“ aus der Werbung verbannen

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Unzulässige Diskriminierung? Hausfrau hängt Wäsche auf. Foto: Pixelio/Erysipel

BRÜSSEL. Das Europäische Parlament hat „ethisch“ und „rechtlich verbindliche Regeln“ gefordert, damit gegen „sexistische Beleidigungen und entwürdigende Bilder von Frauen und Männern“ in Werbung und Marketing vorgegangen werden kann.

In einem von der stellvertretenden Vorsitzenden des Ausschusses für Frauenrechte und Geschlechtergleichstellung, Eva-Britt Svensson, vorgelegten Bericht, wird die Wichtigkeit von „Verhaltenskodizes“ betont:

„Auf diese Weise könnten Werbespots, die diskriminierende oder entwürdigende Botschaften auf der Grundlage von Geschlechterstereotypen vermitteln oder zu Gewalt anstacheln, unterbunden werden“, heißt es in einer Presseerklärung des EU-Parlaments. Die einzelnen EU-Staaten sind dazu angehalten, „das Bild von Frauen und Männern in der Werbung und im Marketing“ zu untersuchen und dem Parlament Bericht zu erstatten. Dazu könnte beispielsweise die Darstellung der Frau als Hausfrau gehören.

Ausdehnung auf alle Medien geplant

Doch scheinbar soll diese Zensur nicht nur auf Fernsehwerbung beschränkt bleiben. So sei es insbesondere notwendig, „Botschaften, die die menschliche Würde verletzen und Geschlechterstereotype vermitteln, aus Lehrbüchern, Spielzeug, Videos, Computerspielen und Internet zu beseitigen“, heißt es weiter.

Ferner verlangt Svensson, die der EU-Fraktion der Vereinigten Europäischen Linken/Nordische Grüne Linke angehört, von den einzelnen EU-Ländern „Bildungsinitiativen“, die im „Geiste der Toleranz“ entwickelt werden sollen und „die alle Formen von Stereotypisierung“ unterlassen.

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