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Bundeswehr will Eliteeinheit für Frauen öffnen

KSK
Barettabzeichen des Kommandos Spezialkräfte der Bundeswehr

STUTTGART. Die Bundeswehr will ihre Eliteeinheit Kommando Spezialkräfte (KSK) für Frauen öffnen. „Es ist unser Ziel, daß wir ein Konzept für die Einbindung von Frauen in Spezialkräften entwickeln“, sagte der Kommandeur der Eliteeinheit, Hans-Christoph Ammon, der Stuttgarter Zeitung.

Allerdings würden die Soldatinnen eine deutlich andere Aufgabe bekommen, als die männlichen Kommandosoldaten sie derzeit hätten. Er gehe davon aus, daß es in den nächsten fünf bis sechs Jahren auch weibliche Kommandosoldaten geben werde. Das sei mit der Führung des Heeres bereits so abgestimmt.

Bislang konnte unter anderem aufgrund der hohen Anforderungen an die Bewerber die Sollstärke des KSK  von 400 Soldaten und 600 Unterstützungskräften nie erreicht werden. Derzeit seien nur 200 Posten für Kommandosoldaten besetzt, bestätigte der Kommandeur der Einheit. Nach seinen Angaben sind Frauen nach den derzeit gültigen Auswahlkriterien den Aufgaben des KSK körperlich nicht gewachsen.

Frauen dürfen seit 2001 in der Bundeswehr dienen

In Kampfeinheiten der deutschen Armee dürfen Frauen seit dem Jahr 2001 dienen, nachdem der Europäische Gerichtshof in Straßburg ein generelles Berufsverbot aufgrund des Geschlechts für unvereinbar mit der europäischen Gleichbehandlungsrichtlinie erklärt hatte.

Das Kommando Spezialkräfte wurde 1996 gegründet. Hintergrund für die Aufstellung der Einheit war 1994 die Evakuierung deutscher Staatsbürger aus Ruanda durch belgische Fallschirmjäger, da Deutschland nicht über geeignete eigene Truppen verfügte.

Zu den Aufgaben der im württembergischen Calw stationierten Einheit gehören daher neben Kampfeinsätzen auch das Retten und Befreien deutscher Staatsbürger aus Krisengebieten und Geiselsituationen sowie das Aufspüren, Befreien und Rückführen deutscher Soldaten, die bei Auslandseinsätzen in Gefangenschaft geraten sind.

In den vergangenen Jahren wurde das KSK vor allem in Afghanistan eingesetzt. Einzelheiten über diese Einsätze gibt die Bundesregierung unter Verweis auf die Geheimhaltung nicht bekannt.

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