Bayerischer Juso-Chef fordert Parteiausschluß Sarrazins

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Will die SPD von ihrem „rechten Rand“ befreien: Der bayerische Juso-Vorsitzende Thomas Asböck Foto: Jusos

BERLIN. Der bayerische Juso-Vorsitzende Thomas Asböck hat den Ausschluß des Berliner Finanzsenators Thilo Sarrazin aus der SPD gefordert. Auch der ehemalige Innenminister Otto Schily habe seiner Ansicht nach nichts mehr in der Partei zu suchen.

Hintergrund sind zum einen Sarrazins Äußerungen, Geringverdiener sollten bei steigenden Heizkosten die Zimmertemperaturen drosseln und dafür einen dickeren Pullover anziehen. Gegenüber Spiegel Online sagte Asböck, Sarrazin und Schily seien für ihn „Ekelpakete“ am rechten SPD-Rand. „Was Sarrazin vom Stapel läßt, das ist einfach nur menschenverachtende Ideologie. So einer muß aus der SPD fliegen“, sagte der SPD-Nachwuchspolitiker.

Schily, der den derzeit von einem Parteiausschluß bedrohten ehemaligen Wirtschaftsminister Wolfgang Clement juristisch verteidigt, trete Grundwerte und Parteisatzung der SPD ebenfalls mit den Füßen. Er halte sich für dermaßen wichtig, daß er meine, als Bundestagsabgeordneter keine Mandatsträgerabgaben an die SPD entrichten zu müssen.

Regierungsbeteiligung der Linkspartei nicht kategorisch ausschließen

Deswegen könne man Sarrazin und Schily Clement getrost „hinterherschmeißen“. Er jedenfalls freue sich, daß mit Clement auch einmal auf der Parteirechten ein Exempel statuiert werde.

Dem SPD-Spitzenkandidaten für die bayerischen Landtagswahlen im September, Franz Maget, der einer Zusammenarbeit mit der Linkspartei eine definitive Absage erteilt hat, riet Asböck, dies noch einmal zu überdenken. An Magets Stelle würde er eine Regierungsbeteiligung der Linkspartei nie kategorisch ausschließen.

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