Flagge von Mississippi vor dem Regierungssitz in Jackson Foto: picture alliance / ZUMAPRESS.com
Mississippi

Letzter US-Bundesstaat schafft Konföderierten-Flagge ab

JACKSON. Das Repräsentantenhaus des US-Bundesstaates Mississippi hat beschlossen, das Emblem der Konföderierten Staaten von Amerika aus seiner Flagge zu entfernen. Zuvor hatten sich „Black Lives Matter“-Anhänger gegen die historische Südstaatenflagge ausgesprochen, weil sie die rassistische Vergangenheit der Vereinigten Staaten symbolisiere. „Wir sind heute bessere Menschen, als wir es gestern waren“, sagte der Sprecher des Repräsentantenhauses, Philip Gunn, am Sonntag.

Nun muß der Senat des Bundesstaates der Entscheidung noch zustimmen. Gouverneur Tate Reeves (Republikaner) kündigte an, kein Veto einzulegen und das Gesetz zu unterschreiben. „Der Streit über die Flagge ist so spaltend geworden, wie die Flagge selbst und das muß nun enden“, schrieb er auf Twitter.

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Auch republikanische Abgeordnete stimmten für die Entfernung des Kreuz des Südens, das seit 1894 Teil der Flagge von Mississippi ist. Noch 2001 hatten sich bei einer Volksabstimmung 64 Prozent der Bürger gegen eine Entfernung des Emblems ausgesprochen. Die Flagge Mississippis ist die letzte unter den Bundesstaaten, in der es noch auftaucht.

Demokraten fordern Umbenennung des John-Wayne-Flughafens

Seit dem Tod des US-Amerikaners George Floyd Ende Mai sind viele Debatten neu entflammt, so auch um die Südstaatenflagge. Mehrere Statuen von konföderierten Politikern und Militärs wurden seitdem angegriffen. Die Flagge wird neben ihrer historischen Bedeutung auch als Zeichen von Freiheit und Rebellion genutzt. So ist sie in der Rockerszene populär, aber auch in der Countrymusik.

Der Kongressausschuß soll nun einen Entwurf für eine Neugestaltung ausarbeiten. Die neue Flagge muß die Worte „In God We Trust“ („Auf Gott vertrauen wir“) enthalten, das Emblem der Südstaaten darf aber nicht mehr auftauchen.

Unterdessen fordern die US-Demokraten einen neuen Namen für den John-Wayne-Flughafen in Kalifornien, der nach der berühmten Film-Legende benannt ist, berichtete der amerikanische Sender CNN. Grund dafür sei die Aussage Waynes aus dem Jahr 1979, er glaube an die Überlegenheit der Weißen und Schwarze bedürften noch Erziehung. Sein Sohn Ethan Wayne hatte bereits im vergangenen Jahr beteuert, die Äußerungen seines verstorbenen Vaters würden aus dem Kontext gerissen. (zit)

Flagge von Mississippi vor dem Regierungssitz in Jackson Foto: picture alliance / ZUMAPRESS.com

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