August Hanning
August Hanning: Al-Quds-Brigaden spähten Anschlagsziele aus Foto: picture alliance/Ulrich Baumgarten
Terrorgefahr

Ex-BND-Chef: Iran kann Terroranschläge in Deutschland verüben

BERLIN. Der ehemalige Chef des Bundesnachrichtendiensts (BND), August Hanning, hat vor Anschlägen des Irans auf jüdische, israelische und US-Einrichtungen auf deutschem Boden gewarnt. „Die Deutschen wissen, daß der Iran unter Nutzung von ihm gesteuerter Organisationen über das Potential verfügt, auch in Deutschland terroristische Anschläge auszuführen“, sagte Hanning am Montag dem Tagesspiegel.

Im Falle einer militärischen Auseinandersetzung zwischen den USA und dem Iran sei zu befürchten, daß der Iran auch außerhalb der Golf-Region reagiere. „Wir haben in Deutschland in den letzten Jahren erlebt, daß potentielle Ziele terroristischer Anschläge durch Angehörige der von Soleimani geführten Al-Quds-Brigaden ausgespäht wurden“, erklärte Hanning.

„Kein Interesse an kriegerischen Auseinandersetzungen“

Am 3. Januar hatten US-Militärs den iranischen Generalmajor und Kommandeur der Al-Quds-Einheit, Qassim Soleimani, durch einen Drohnenangriff in Bagdad getötet. Der Irak verlangte daraufhin den Abzug aller US-Soldaten aus irakischem Gebiet. Der Iran kündigte Vergeltung an. Zuvor war im Dezember vergangenen Jahres bei einem Angriff auf eine US-Militärbase ein amerikanischer Zivilist getötet worden. Bisher bekannte sich niemand zu der Attacke.

Ex-BND-Chef Hanning meint jedoch, „beide Seiten haben kein Interesse an kriegerischen Auseinandersetzungen größeren Ausmaßes“. Der Iran fürchte wirtschaftliche Schäden und eine Destabilisation des Regimes, während die USA ohnehin planten, „sich langfristig aus der Region zurückzuziehen“. Hanning leitete sieben Jahre lang den Bundesnachrichtendienst. Er ist Vorstandsmitglied der US-Lobbyorganisation „United Against Nuclear Iran“ (UANI). (hr)

August Hanning: Al-Quds-Brigaden spähten Anschlagsziele aus Foto: picture alliance/Ulrich Baumgarten

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