Kulturpolitik

Schwedens Justizminister plant Verbot der Runenschrift

STOCKHOLM. Die schwedische Regierung hat eine Prüfung angekündigt, um nordische Runen zu verbieten. Anlaß sei, daß diese von Neo-Nazi-Gruppen mißbraucht würden. Justizminister Morgan Johansson von den Sozialdemokraten wolle durch diese Maßnahme Rechtsextreme abschrecken, meldet die Online-Plattform Samhällsnyt. Sollten die alten nordischen Schriftzeichen verboten werden, könnten davon auch weitere Symbole, Bilder und traditioneller Schmuck betroffen sein.

Viele Schweden seien über das Ansinnen der Regierung verärgert, da sie die Runen als Teil ihrer Geschichte sähen. Für Neu-Heiden stelle ein mögliches Verbot einen Angriff auf die Religionsfreiheit dar, die in der schwedischen Verfassung garantiert wird.

Schwedendemokraten: Regierung will uns eigene Kultur verbieten

Die neu-heidnische Nordiska Asa-Samfundet (Nordische Asa-Gemeinschaft) warnte auf ihrer Homepage davor, ein Verbot „löscht einen Teil unserer Geschichte, unserer Kultur und des Glaubens aus“. Eine Online-Petition der Organisation gegen ein Verbot sammelte bis Donnerstag über 13.000 Unterschriften.

Das ehemalige Parlamentsmitglied Jeff Ahl von den Schwedendemokraten lehnte den Plan der Regierung ebenfalls ab. Er schrieb auf Twitter: „Unsere Regierung befürwortet Multikulti, aber wir dürfen keine eigene Kultur haben. Die Regierung versucht, unser eigenes kulturelles Erbe zu zensieren und Wurzeln zu verwischen.“ (ag)

Runen: Die schwedische Regierung denkt über ein Verbot der alten Schriftzeichen nach Foto: picture alliance/akg-images

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