Protestmarsch gegen Polizeigewalt in Nantes Foto: picture alliance/Jerome Fouquet/MAXPPP/dpa
Nach tödlichen Schüssen

Ausschreitungen in Nantes gehen weiter

NANTES. In der dritten Nacht in Folge haben Ausschreitungen die westfranzösische Stadt Nantes erschüttert. In der Nacht zu Freitag brannten im Stadtteil Bellevue wieder mehrere Autos, berichtete die Nachrichtenagentur AFP. Zudem seien „Gruppen mit 20 bis 30 vermummten Personen“ unterwegs gewesen, hieß es von Seiten der Polizei. Ein 14jähriger wurde mit einem Benzinkanister und einem Anzünder festgenommen.

Hintergrund sind die tödlichen Schüsse eines Polizisten auf den 22 Jahre alten Kriminellen Aboubakar F. Er war wegen „bandenmäßigen Diebstahls“ per Haftbefehl gesucht worden. Ein Polizist hatte ihn am Dienstag erschossen, als er bei einer Verkehrskontrolle einen Beamten gezielt anfuhr.

Friedliche Kundgebung gegen Polizeigewalt

Zusätzlich zu den gewaltsamen Übergriffen gab es in der Stadt am Donnerstag auch eine friedliche, überwiegend von Einwanderern besuchte Demonstration gegen Polizeigewalt. Sie forderten „Gerechtigkeit für Abou“. Der Beamte, der die Schüsse abfeuerte, wurde am Donnerstag laut Medienberichten wegen des Verdachts auf Körperverletzung mit Todesfolge in Gewahrsam genommen.

Zuvor hatte die Vorsitzende der Nationalen Sammlungsbewegung (vormals Front National), Marine Le Pen, vor einer Vorverurteilung des Polizisten gewarnt. Bei dem Opfer habe es sich um eine „bedrohliche Person“ gehandelt. „Die permanente Vorverurteilung unserer Ordnungskräfte ist unerträglich“, schrieb sie. (tb)

Protestmarsch gegen Polizeigewalt in Nantes Foto: picture alliance/Jerome Fouquet/MAXPPP/dpa

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