Grenfell-Tower
Der Grenfell-Tower am Morgen nach dem Brand: Über 100 Tote? Foto: picture alliance/Solo Syndication

Enteignung
 

Nach Hochhausbrand: Corbyn fordert Zwangseinquartierungen

LONDON. Der Vorsitzende der britischen Labour-Partei, Jeremy Corbyn, hat die Regierung aufgefordert, die leerstehenden Häuser von Reichen zu beschlagnahmen. Dort sollten dann nach seinem Willen die Überlebenden des Hochhausbrands im Londoner Stadtteil Kensington untergebracht werden.

Corbyn zufolge erzähle Kensington „eine Geschichte zweier verschiedener Städte“ – eines wohlstandsgesättigten Südens und eines armen Nordens. Wörtlich sagte Corbyn laut der Zeitung Daily Mail: „Grundstücke müssen gefunden und im Notfall beschlagnahmt werden, um sicherzustellen, daß die Bewohner vor Ort eine neue Unterkunft finden.“ Es dürfe nicht akzeptiert werden, daß in London luxuriöse Gebäude und luxuriöse Wohnungen leerstünden, während Obdachlose nach einer Unterkunft suchten.

Unterdessen hat Premierministerin Theresa May eine Untersuchung der Hintergründe der Tragödie um den Grenfell-Turm angekündigt. Das Feuer in der Nacht zu Mittwoch war mutmaßlich durch einen defekten Kühlschrank ausgelöst worden und hatte sich durch falsches Dämmaterial innerhalb von Minuten auf die 24 Stockwerke ausgedehnt. Bisher gibt es nach Angaben der Behörden 30 Tote zu beklagen, viele weitere Opfer schweben in Lebensgefahr oder werden vermißt. Die Polizei fürchtet, daß die Zahl der Toten noch auf über 100 steigen könnte. (tb)

Der Grenfell-Tower am Morgen nach dem Brand: Über 100 Tote? Foto: picture alliance/Solo Syndication
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