Türkische Geburtenpolitik

Erdogan: Keine Verhütung für moslemische Frauen

ISTANBUL. Der türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan hat moslemischen Frauen das Recht auf Empfängnisverhütung abgesprochen. Diese Art der Familienplanung käme für „keine muslimische Familie“ in Frage sagte er einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters zufolge auf einer Ansprache am Montag in Istanbul.

„Wir werden jenen Weg beschreiten, den mein Gott und der verehrte Prophet vorgeben“, proklamierte Erdogan vor den Zuhörern der Jugend- und Bildungsstiftung Türgev. „Ich sage ganz klar: Unser Nachwuchs wird zunehmen.“ Erdogans Anhänger applaudierten und riefen: „Wir sind stolz auf dich.“

Erdogan hatte sich bereits in der Vergangenheit mehrfach zur Geburtenpolitik geäußert. Türkische Frauen sollten mindestens drei Kinder haben, hatte er einst gefordert. Der türkische Präsident, der selbst Vater zweier Töchter und zweier Söhne ist, bezeichnete Empfängnisverhütung als „Verrat“. Die Türkei verzeichnet ein starkes Bevölkerungswachstum bei derzeit schätzungsweise 79 Millionen Einwohnern. (mv)

Recep Tayyip Erdogan und seine Frau Emine Erdogan Foto: picture alliance/abaca

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