Benediktinermönch

Warnung vor zunehmendem Christenhaß in Israel

JERUSALEM. In Israel sind christenfeindliche Handlungen durch jüdische Nationalisten und Extremisten weit verbreitet. Gelegentlich werden Anschläge auf Kirchen verübt, öfter aber Christen als Ausdruck der Verachtung angespuckt. Nach Angaben des deutschen Benediktinermönchs Nikodemus Claudius Schnabel, der seit zwölf Jahren in Israel lebt, wächst der Christenhaß seit rund fünf Jahren. Etwa jeden zweiten Tag werde hinter oder vor ihm ausgespuckt, und einmal im Monat werde er direkt angespuckt.

Der 36jährige ist Sprecher der Dormitio-Abtei auf dem Jerusalemer Zionsberg, auf die am 25. Mai 2014 – kurz nach einem Besuch von Papst Franziskus im Heiligen Land – ein Brandanschlag verübt worden war. Wie Schnabel dem Informationsdienst Catholic News Service sagte, werden auch immer wieder Graffiti mit Haßparolen an kirchlichen Gebäuden entdeckt und christliche Grabsteine zerstört.

Gleichzeitig betonte der Priester, daß Christen auch viel Solidarität von israelischen Freunden erführen. Er bedauerte aber, daß es der Polizei und den Strafverfolgungsbehörden an Eifer mangele, solche Vorfälle aufzuklären und die Täter zur Rechenschaft zu ziehen. Das beklagt auch der höchste Vertreter der römisch-katholischen Kirche im Heiligen Land, der Lateinische Patriarch Fouad Twal. (idea/ho)

Kreuz und Kirche in Jerusalem: Anschläge auf christliche Gotteshäuser Foto: picture alliance/Pacific Press

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