Asylsuchende auf dem Weg nach Mitteleuropa
Asylsuchende auf dem Weg nach Mitteleuropa: Schleusernetzwerke immer professioneller Foto: picture alliance/NurPhoto
Bessere Asylchancen

Taliban verkaufen gefälschte Todesdrohungen

KABUL. Afghanen erhalten gegen Geld schriftliche Todesdrohungen der Taliban, mit denen sie ihre Asylchancen in Europa erhöhen können. Vor allem in der Hauptstadt Kabul gebe es einen regen Handel mit den Schriftstücken, berichtete Bild.

Für 1.000 Euro erhielten Ausreisewillige innerhalb weniger Tage ein offizielles Schreiben mit Stempel und Briefkopf des ehemaligen Anführers Mullah Omar. Darin hieße es, der Militär- und Justizrat der Taliban habe den Tod der in dem Schreiben genannten Person beschlossen. Das Geschäft werde über Mittelsmänner in Kabul abgewickelt.

Immer mehr Afghanen verlassen ihre Heimat

Deutsche Behörden hatten vor kurzem vor einer neuen Ausreisewelle aus Afghanistan gewarnt. In Europa stellen Afghanen hinter Syrern mittlerweile den zweitgrößten Anteil der Asylbewerber. Monatlich verließen bis zu 100.000 Afghanen ihr Land Richtung Europa, berichtete die Welt am Sonntag Ende September unter Berufung auf Sicherheitskreise.

Dem Bundesnachrichtendienst zufolge operiere entlang der Fluchtrouten eine internationale Schleppergruppe aus Afghanistan. Der Dienst habe „eine hochprofessionelle Schleuserstruktur ausgemacht, deren Netzwerk über die Türkei bis nach Griechenland, Italien und Frankreich reicht“, warnte Geheimdienstchef Gerhard Schindler einer dpa-Meldung zufolge auf einem Kongreß in Berlin.

Asylbewerber aus Afghanistan, die eine Bedrohung in ihrer Heimat geltend machen, haben in Deutschland hohe Bleibechancen. Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge weist solche Asylanträge in der Regel nicht ab. (fl)

Asylsuchende auf dem Weg nach Mitteleuropa: Schleusernetzwerke immer professioneller Foto: picture alliance/NurPhoto

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