Atomkraftwerk in Sendai
Atomkraftwerk in Sendai: Grüne geben Deutschland die Schuld Foto: dpa

Nach Fukushima
 

Japan erzeugt wieder Atomstrom

TOKIO. Die japanische Atomwirtschaft produziert erstmals seit zwei Jahren wieder Strom. Das Atomkraftwerk Sendai im Südwesten des Inselstaates speiste am Donnerstag wieder Elektrizität ins Stromnetz. Es ist das erste Kraftwerk, das die neuen Sicherheitsanforderungen nach dem Reaktorunfall in Fukushima 2011 erfüllt, berichtet die Nachrichtenagentur dpa.

Aus Deutschland kam Kritik an dem japanischen Vorgehen. Japan solle lieber auf erneuerbare Energien setzen, empörte sich die Grünen-Bundestagsabgeordnete Sylvia Kotting-Uhl. „Die Folgen der Atomkatastrophe von Fukushima sind nach wie vor gravierend und können nur langsam bewältigt werden.“ Dazu komme die „japanische Technologie-Affinität und eine exzellente Wissenschafts- und Hochschullandschaft, in der an einer Energiewende bereits gearbeitet wird“.

Grüne: Deutschland Schuld an Japans Politik

An der japanischen Politik ist nach Meinung von Kotting-Uhl auch die Bundesregierung schuld. Diese habe die „Chancen der erneuerbaren Energien in den letzten Jahren schlechtgeredet“, anstatt „in der Welt für Atomausstieg und Energiewende zu werben“. Deutschland habe es so versäumt, Japan einen „erfolgversprechenden Weg aus der Abhängigkeit vom atomaren Risiko aufzuzeigen“, betonte die Politikerin.

Durch die Energiewende und die Subventionierung von sogenanntem „Ökostrom“ waren die Strompreise in Deutschland in den vergangenen Jahren stark angestiegen. (ho)

Atomkraftwerk in Sendai: Grüne geben Deutschland die Schuld Foto: dpa
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