Markus Krall Freiheit oder Untergang
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„Unsere Mütter, unsere Väter“
 

Streit um ZDF-Dreiteiler im polnischen Fernsehen

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Ausschnitt aus dem Film „Unsere Mütter, unsere Väter“ Foto: ZDF/David Slama

WARSCHAU. Die Ausstrahlung des ZDF-Dreiteilers „Unsere Mütter, unsere Väter“ im polnischen Staatsfernsehen TVP1 hat scharfe Kritik aus den Reihen der Oppositionspartei Recht und Gerechtigkeit (PiS) hervorgerufen. Abgeordnete der PiS warfen dem Film vor, „verlogen und antipolnisch“ zu sein und forderten den Rücktritt von Fernsehchef Juliusz Braun.

„Es ist unerhört, daß das öffentliche Fernsehen einen Film sendet, der Lügen bezüglich unserer Vergangenheit enthält“, sagte der Fraktionschef der PiS im Warschauer Sejm Mariusz Błaszczak.

Die Stoßrichtung des Films sei das Ergebnis der seit vielen Jahren verfolgten deutschen Geschichtspolitik, „in der die Täter der Tragödie von Millionen sich in der Opferrolle zeigen“.

Jeder vierte Fernsehzuschauer sah ersten Teil

Für Braun sei es disqualifizierend, zugelassen zu haben, daß das Fernsehen einen „deutschen Propagandafilm“ kaufe und ihn zur besten Sendezeit ausstrahle. Andere Abgeordnete der Kaczyński-Partei PiS, darunter aus dem europäischen Parlament, schlossen sich der Forderung an.

TVP rechtfertigte die Ausstrahlung in einer Programmankündigung damit, die polnischen Zuschauer sollten sich selbst ein Bild von dem „kontroversen deutschen Film“ machen. Diese Erklärung sei nach den Worten des Kaczyński-Vertrauten Maciej Łopiński „genauso abstrus wie die Begründung, das öffentliche Fernsehen solle ‘Mein Kampf’ ausstrahlen, damit sich Polen eine Meinung bilden können“.

Nach Angaben des Online-Portals der Rzeczpospolita haben drei Millionen Polen den ersten, am Montag gesendeten Teil des Dreiteilers gesehen und damit jeder vierte Fernsehzuschauer.

Auf die Ausstrahlung des dritten Teils am Mittwoch folgt eine Diskussion, zu der unter anderem die Polen-Korrespondentin der taz, Gabriele Lesser, und Welt-Korrespondent Gerhard Gnauck geladen sind. (cr)

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