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Geheimdienste
 

Snowden ruft Amerikaner zum Widerstand auf

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Edward Snowden im Interview mit Glenn Greenwald Foto: guardian.co.uk

MOSKAU. Edward Snowden hat seinen Gang an die Öffentlichkeit verteidigt. Im zweiten, nun veröffentlichten Teil seines Interview mit dem Enthüllungsjournalisten Glenn Greenwald kritisiert er die Einschränkungen der Freiheit durch den in den USA errichteten Überwachungsstaat.

Das Interview wurde vor über einem Monat in einem Hongkonger Hotel aufgezeichnet. Der amerikanische Computerexperte Snowden enthüllt im Gespräch mit seinem Landsmann Greenwald vom britischen Guardian, wie die US-Behörde NSA weite Teile des weltweiten Internets überwacht.

Schon damals ahnte er, wie die Regierung der Vereinigten Staaten ihn verfolgen würde. „Sie werden sagen, ich hätte gegen das Spionage-Gesetz verstoßen. Und ich hätte unseren Feinden in die Hände gespielt“, so Snowden.

Der Computerhacker befindet sich mutmaßlich auf einem Moskauer Flughafen und hofft darauf, daß ein Land ihm Asyl gewährt. Möglicherweise wird dies Venezuela sein. Das Land hat ihm Asyl zugesichert. Aber es ist zur Stunde unklar, wie er dort hingelangen kann.

In Wahrheit sei er ein Patriot, so Snowden in dem Interview weiter. Er beschreibt, warum er sich vor zehn Jahren zur Armee gemeldet habe: „Ich glaubte damals an die Richtigkeit unseres Handelns.“ Doch je länger er dabei gewesen sei, habe er gespürt, daß die USA die Öffentlichkeit des eigenen Landes und der Welt irreführten. „Amerika ist ein gutes Land. Wir haben gute Menschen mit guten Werten“, betonte der 30jährige. Die existierenden Machtstrukturen weiteten sich immer stärker auf Kosten der Freiheit aus.

Jegliche Kommunikation werde überwacht: jeder Anruf, jeglicher Internetverkehr. Das Programm Prism bedeute, daß der Staat eine Akte über jedermannes Leben besitze. Snowden: „Ich will nicht in einer Welt leben, in der alles, was ich mache, aufgezeichnet wird. Und das ist auch nichts, was ich unterstützen will.“ Jeder, derdamit nicht einverstanden sei, habe ich Pflicht, sich gegen den neuen Überwachungsstaat zu wehren. (rg)

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