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Kindesentzug
 

Slowaken werfen britischer Behörde Rassismus vor

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Das Münster von Rotherham Foto: wikimedia/ own work mit CC-Lizenz https://bit.ly/9Zrs4e

SHEFFIELD. Der Fall eines Ehepaars, denen britische Behörden die Pflegekinder entzogen haben, weil sie Mitglieder der „UK-Independent“-Partei sind, zieht immer weitere Kreise. Das Jugendamt des Gemeinderats von Rotherham hatte dem Paar die Kinder mit der Begründung weggenommen, ihre Mitgliedschaft in einer „rassistischen Partei“ gefährde das Wohl der Kinder, da diese aus Osteuropa stammten.

Über ihre Anwälte auf den Fall aufmerksam geworden, beschuldigen nun die aus der Slowakei stammenden leiblichen Eltern der betroffenen Kinder ihrerseits die Labour-geführte Behörde in Rotherham des Rassismus. „Es sind die Sozialdienste, die sich rassistisch gegen meine Familie verhalten haben“, sagte der Familienvater, der nicht namentlich genannt werden möchte, der Daily Mail. Das Amt hätte der Familie wegen ihres „nicht britischen Lebenswandels“ sechs seiner Kinder sowie das Enkelkind entrissen und es in Pflegefamilien untergebracht.

Die Daily Mail berichtet weiter, daß die Kinder laut Angaben von Nachbarn in der Familie behütet aufgewachsen seien. Der 46jährige Vater und die 34jährige Mutter seien zudem seit Jahren glücklich verheiratet. Vorwürfe der Behörden von Rotherham, sie hätten ihre Kinder mißhandelt, wiesen die Eltern entschieden zurück. Auch der Tochter des Familienvaters nahm das Jugendamt im Sommer den erst einen Monat alten Sohn weg.

„Das Baby war mein erstes Kind und ich sorgte gut für ihn. Das Jugendamt sagte, sie wollten prüfen, wie ich mich um das Kind kümmerte, weil ich eine noch minderjährige Mutter sei. Das taten sie einen Monat lang. Dann kamen sie und nahmen mir das Kind weg“, sagte sie dem slowakischen Fernsehen.

Slowakische Regierung protestiert

Mittlerweile hat sich auch die slowakische Regierung eingeschaltet und bei den britischen Behörden gegen die zahlreichen Fälle protestiert, in denen slowakische Kinder von ihren Eltern getrennt werden. Der Fall in Rotherham sei demnach kein Einzelfall. Bereits im September kam es zu diplomatischen Verstimmungen der beiden Länder als Demonstranten vor die britische Botschaft in der slowakischen Hauptstadt Bratislava gezogen waren und Schilder mit der Aufschrift hochhielten: „Stoppt das legale Kidnapping“ und „Großbritannien, Kinderdiebe“.

Der Fall der Pflegeeltern hat unterdessen zu politischen Konsequenzen geführt. Bei einer Nachwahl zum Unterhaus im Bezirk Rotherham errang UKIP am 29. November den zweiten Platz hinter der Labour Partei in dem stark sozialdemokratischen Bezirk. UKIP verbesserte dabei ihr Ergebnis um fast 16 Prozent und kam auf rund 22 Prozent der Stimmen. Britische Medien machten dabei vor allem den Fall der Pflegeltern für das starke Abschneiden der EU-kritischen Partei verantwortlich. (tb)

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