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Politische Korrektheit
 

Streit um „beleidigendes“ Speiseeis

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Rassistisch und menschenverachtend? Eiswerbung „Mohr im Hemd“. Foto: Eskimo

WIEN. Nach scharfer Kritik an einer Eissorte läßt der österreichische Eisproduzent „Eskimo“ eine Werbekampagne zum Ende des Monats auslaufen. Das zum Unilever-Konzern gehörende Unternehmen hatte mit dem Slogan „I will mohr“ die Eiskreation „Mohr im Hemd“ beworben.

„Solche Wörter sind für Schwarze im deutschsprachigen Raum eine der schwersten Beleidigungen“, behauptete daraufhin Simon Inou von „M Media“, einem österreichischen Einwanderer-Lobbyverein, gegenüber dem Sender F4M. Mit der Werbung wiederhole Eskimo „Stereotype, die innerhalb der Gesellschaft schon präsent sind“.

Werbung sei „rassistisch und menschenverachtend“

Es sei beschämend, daß Eskimo eine derartige Kampagne starte, ohne zuvor mit ihnen zu reden. Inou forderte daher eine öffentliche Entschuldigung von Eskimo und die finanzielle Unterstützung einer eigenen Kampagne, die Schwarze realistisch repräsentiere. Anzeigen beim Werberat bezeichneten die Werbung als „rassistisch und menschenverachtend“.

Die Sprecherin von Eskimo, Karin Höfferer, wies den Rassismus-Vorwurf von sich. „Mohr im Hemd“ ist eine traditionelle österreichische Spezialität. Neben „Cremissimo à la Mohr im Hemd“ gäbe es beispielsweise auch „Schwarzwälder Kirsch“ oder „Tiramisu“. Gleichwohl die Werbekampagne nicht weiter fortgeführt wird, bleibt die Sorte weiterhin im Angebot. (FA)

> Bayerns Wirtschaftsminister für Umbenennung von „rassistischem“ Getränk

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