Vorwurf: Rechtsradikalismus

Die Absage kam per Fax. Mit einer kurzen Mitteilung kündigte das Hamburger Hotel Reichshof Maritim in der vergangenen Woche gegenüber dem Verein „Die Deutschen Konservativen“ die bereits zugesagte Reservierung für fünf Zimmer und einen kleinen Konferenzsaal. Als Begründung wurde etwas nebulös auf die Geschäftsbedingungen verwiesen. Erst auf Nachfrage erfuhr der Verein, dessen Ehrenpräsident Heinrich Lummer ist, Genaueres über den plötzlichen Sinneswandel der Hotelführung. „Rechtsradikale“ seien im Hotel nicht erwünscht, habe ein Mitarbeiter des Reichshofs auf Anfrage mitgeteilt, berichtet Joachim Siegerist, der Vorsitzende der Deutschen Konservativen, der JUNGEN FREIHEIT. Die Hotelleitung möchte diese Begründungen nicht wiederholen. Der Assistent der Hoteldirektion, Daniel Pisarov, bestätigte gegenüber der JF jedoch die Absage. In der Kartei des Hotels, in der Kunden vermerkt werden, die bei früheren Besuchen „unangenehm aufgefallen“ seien, sei auch der Verein „Die Deutschen Konservativen“ aufgeführt, begründet er den Rauswurf. Daher habe der Reichshof sich entschieden, die Reservierung wieder rückgängig zu machen. Siegerist kündigt Anzeige an Allerding steht der Verein offensichtlich nicht in der Kartei, weil dessen Mitglieder durch Trunkenheit oder Diebstahl aufgefallen sind. Angeblich habe bei einer früheren Veranstaltung des Vereins in dem Hotel ein Teilnehmer den Hitlergruß gezeigt. Eine Behauptung, die Siegerist entschieden zurückweist – zudem liege die letzte Veranstaltung des Vereins, die im Reichshof stattfand, schon zwanzig Jahre zurück. Pisarov wollte sich gegenüber der JF nicht dazu äußern. Dafür, daß der Vorwurf des Hitlergrußes tatsächlich von einem Mitarbeiter des Hotels erhoben wurde, liegen nach Angaben von Siegerist mehrere Eidesstattliche Erklärungen vor. Siegerist, der von der Leitung des Hamburger Hotels, das zur Maritim-Kette gehört, eine offizielle Entschuldigung verlangt, vermutet hinter dem Rauswurf die Tat eines „linken“ Hotel-Angestellten. Sollte die Entschuldigung ausbleiben, droht dem Hotel eine Anzeige wegen übler Nachrede, kündigt Siegerist gegenüber der JF an. Er fordert eine deutliche Stellungnahme der Hotelführung. Außerdem müßten die Behauptungen, die zu der Absage der Reservierung geführt hätten, belegt werden. „Wir dürfen uns so etwas nicht gefallen lassen“, sagte Siegerist.

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