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David Irving und Rowohlt

Der Engländer David Irving, der in deutschen Medien heute, wenn überhaupt, ausschließlich als rechtskräftig verurteilter Holocaust-Leugner vorkommt, galt vom Erscheinen seiner ersten Publikationen 1963/64 über die Zerstörung deutscher Städte, insbesondere Dresdens, durch Luftangriffe der Alliierten während des Zweiten Weltkrieges bis weit in die achtziger Jahre hinein als international anerkannter Zeitgeschichtsforscher. So hat der Spiegel im Laufe der Jahre gleich mehrere Bücher Irvings auszugsweise als Vorabdruck gebracht. Noch 1985 erhielt Irving von dem damaligen Chef des Rowohlt Verlages, Michael Naumann, der später Staatsminister für Kultur wurde und heute Herausgeber der Zeit ist, das Angebot einer Buchveröffentlichung. In seinem Brief schrieb Naumann, er sei von Rolf Hochhuth darauf hingewiesen worden, daß eine von Irving verfaßte Churchill-Biographie vom Verlag Kiepenheuer & Witsch abgewiesen worden sei. Weiter heißt es dann: „Ich bin lebhaft an dem Manuskript interessiert und würde mich freuen, es bei Gelegenheit lesen zu dürfen – Ihr Interesse an einer Publikation im Rowohlt Verlag vorausgesetzt.“ Tatsächlich kam es zwischen Irving und Rowohlt zu einem Buchvertrag über eine zweibändige Churchill-Biographie, wofür der Verlag Irving einen sechsstelligen Vorschuß zahlte. Später rückte Rowohlt von dem Vertrag wieder ab und verklagte Irving auf Rückzahlung des Vorschusses. Im Zuge der gerichtlichen Auseinandersetzung mußte Irving sogar für zwei Wochen ins Gefängnis – wegen Mißachtung des Gerichts. „Ich bin also der erste, dem es gelungen ist, diesen Mann hinter Gitter zu bringen“, rühmte sich Naumann später.

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