Genossen von gestern

Durchweg versagte Erfolge im Westen, der 2002 gescheiterte Einzug in den Bundestag und eine fehlgeschlagene Verjüngung aus dem linksautonomen Milieu, die mit dem Austritt Angela Marquardts augenfällig wurde, das alles kann den Rest der PDS gleichmütig lassen, besser noch: Man muß sich nun nicht mehr verstellen. Deshalb mußte anläßlich der „Willkommen-Zurück-Feier“ in einem Rostocker Autohaus für den aus dem Gefängnis entlassenen SED-Parteichef a.D. Egon Krenz keine falsche Scham aufkommen. Neben Altgenossen wie DDR-Verteidigungsminister Heinz Keßler kamen auch der PDS-Vorsitzende Lothar Bisky und der Schweriner Vize-Ministerpräsident Wolfgang Mehling zum Defilee. Der 1990 ausgeschlossene Egon Krenz kann sogar wieder Hoffnung auf Rückkehr in den Schoß der Partei schöpfen. Bisky möchte bald „in lockerer Atmosphäre Meinungsverschiedenheiten ausräumen“. Vielleicht wird dann 2004 das Jahr der zweiten Chancen.

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