Angriff auf General Günzel

Der ehemalige Kommandeur des Kommandos Spezialkräfte der Bundeswehr, Brigadegeneral Reinhard Günzel, ist in der vergangenen Woche in Dresden von Linksextremisten tätlich angegriffen und verletzt worden.

Im Vorfeld eines Vortrages in der sächsischen Hauptstadt waren Günzel und fünf Begleiter in der Nähe der Technischen Universität in Dresden nach dem Besuch einer Gaststätte von sogenannten "Autonomen" verfolgt und angegriffen worden. Die Angreifer hatten sich aus einer Gruppe gelöst, die zuvor vor dem Lokal gegen Günzel demonstriert hatte.

Die Gewalttäter warfen mit Steinen und Eiern und schlugen auf die Männer ein. Günzel trug eine Platzwunde am Auge sowie Rippenprellungen davon. Zudem zerbrach die Brille des Generals. Ein Begleiter erlitt ebenfalls leichte Verletzungen. Erst das Eingreifen der herbeigeeilten Polizei machte der Gewalt ein Ende und verhinderte Schlimmeres.

Anschließend eskortierten die Ordnungshüter Günzel und seine Begleiter zum Haus der Burschenschaft Cheruscia, wo der General seinen Vortrag zum Thema "Ethos des Offizierkorps am Beispiel der Affäre Hohmann/Günzel" mit einer geliehenen Brille halten konnte. Günzel sagte der JF, die Beamten hätten seine Bitte, aus Furcht vor weiteren Übergriffen im Polizeiwagen zum Haus der Burschenschaft gefahren zu werden, mit der Begründung abgelehnt, die Polizei müsse sich neutral verhalten. Im Gegensatz zu den Einbrüchen in ein Tabakgeschäft und eine Gaststätte fand der Anschlag auf Günzel übrigens keinen Eingang in die Pressemeldung der Polizeidirektion Dresden vom folgenden Tag.

Nach dem Überfall sprach eine sogenannte "Antifa Hochschulgruppe" in einem Bekennerschreiben von einem "gelungenen antifaschistischen Studentenprotest". Die Gruppe hatte zu der Demonstration gegen den Vortrag Günzels aufgerufen, aus der die Gewalttäter gekommen waren.

General Günzel sagte gegenüber der JUNGEN FREIHEIT, er werde sich von dem tätlichen Angriff auf seine Person nicht entmutigen lassen. "Ich werde der linken Gewalt nicht die Straße überlassen", sagte er mit Blick auf weitere geplante Vorträge. Auf eine Anzeige gegen die Angreifer habe er verzichtet, da er die Aussichten, die Täter zu ermitteln, als gering einschätze. Allerding hat jetzt die Dresdner Polizei ein Verfahren von Amtswegen gegen Unbekannt eingeleitet, da es sich bei dem Delikt um Körperverletzung handelte, teilte ein Polizeisprecher auf Anfrage mit. "Ein Tatverdächtiger ist bislang allerdings nicht ermittelt worden", sagte der Sprecher gegenüber der JF.

Bereits in der Vergangenheit war es im Zusammenhang mit Veranstaltungen von Günzel zu Protesten und Gewalttaten linker Gruppen gekommen. Zuletzt gingen Anfang Dezember (JF 50/04) an einem Verbindungshaus in Göttingen Fensterscheiben kaputt, nachdem Teilnehmer einer Kundgebung gegen einen Vortrag Günzels Steine warfen.

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