„Sicherheit ist unser Hauptthema“

Herr Timke, wo sehen Sie die Schill-Partei nach Schließung der Wahllokale am 25. Mai? Timke: Wir gehen von einem zweistelligen Ergebnis aus. Glauben Sie, daß das Hamburger Erfolgsmodell auf Bremen übertragbar ist? Timke: Ja, ich denke, daß die Bremer ebenfalls einen sogenannten „Bürgerblock“ bevorzugen, bestehend aus CDU, Schill-Partei und möglicherweise FDP. Gab es bereits vorab Gespräche mit der CDU oder der FDP bezüglich eines solchen Bürgerblocks? Timke: Nein, es gab vorab keine Gespräche über eine mögliche Zusammenarbeit. Wir haben aber Kontakt zu einigen CDU-Abgeordneten, die mit der derzeitigen Koalition überhaupt nicht zufrieden sind und uns ihre Sympathien für eine Koalition mit der Schill-Partei offen darlegen. Ich denke aber, wir sollten erst einmal die Wahl abwarten und gewinnen. Jede der drei Parteien wird sich dann im nächsten Schritt über mögliche Koalitionsverhandlungen unterhalten. Weshalb gab es denn vorher keine Gespräche? Timke: Bei der FDP ist es unklar, ob sie überhaupt genug Stimmen erhalten wird, um in die Bürgerschaft zu kommen. Das müssen wir erst einmal abwarten. Was die CDU angeht, steht diese ja noch in der Regierungsverantwortung mit der SPD und kann sich daher keine Koalitionsaussagen zugunsten des Hamburger Modells leisten. Rechnen Sie sich durch die regionale Nähe zu Hamburg einen Standortvorteil aus? Timke: Ich denke, daß hat nichts mit der regionalen Nähe zu Hamburg zu tun, sondern damit, daß Hamburg und Bremen fast identische Probleme haben: Wir haben eine der höchsten Kriminalitätsraten aller Bundesländer zu verzeichnen. Seit vier Jahren nimmt die Kriminalitätsrate wieder zu. Alleine im vergangenen Jahr stieg die Kriminalität landesweit um 2,2 Prozent. In Teilbereichen Bremens haben wir einen explosionsartigen Kriminalitätszuwachs von 17 Prozent zu verzeichnen. Hauptkompetenz der Schill-Partei ist nach wie vor das Thema „Sicherheit“. Mit welchen Bremen-spezifischen Themen wollen Sie im Wahlkampf noch punkten? Timke: Sicherheit ist eines unserer Hauptthemen. Wir setzen uns auch gegen Filz und Korruption ein sowie für eine bessere Bildungspolitik. In den vergangenen Jahren sind in Bremen sechshundert Lehrerstellen abgebaut worden. Daher werden wir in einem Sofortprogramm nicht nur zweihundert Polizeibeamte, sondern auch einhundert neue Lehrer einstellen. Mit der Deutschen Partei tritt eine Gruppierung an, die um ein ähnliches Wählerpotential wirbt wie die Schill-Partei. Gibt es eine Zusammenarbeit? Timke: Nein. Das ist auch von uns nicht gewünscht. Wir sehen die Deutsche Partei nicht als Konkurrenz an. Ich bin fest davon überzeugt, daß die Deutsche Partei keine Chance hat, über die Fünf-Prozent-Hürde zu kommen, und von daher ist dies für uns kein Thema. Jan Timke , 32, ist Landesvorsitzender sowie Spitzenkandidat der Partei Rechtsstaatlicher Offensive in Bremen. Er ist von Beruf Kriminalbeamter. weitere Interview-Partner der JF

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