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Neue Technologien: Human Genome Project offiziell abgeschlossen

Am Montag letzter Woche ist das Human Genome Project mit einer offiziellen Feier abgeschlossen worden. 16 Forschungsinstitute waren daran weltweit beteiligt. „Was wir jetzt haben, haben wir für alle Ewigkeit“, erklärte Francis Collins, Direktor des National Human Genome Project in den USA und internationaler Koordinator. Aber was „haben“ wir da eigentlich? Es wird von einer Erbgut-Entschlüsselung gesprochen, doch das ist irreführend. Es handelt sich erst einmal um die Buchstabierung. Wenn wir das griechische Alphabet gelernt haben, ist es zwar eine tolle Sache, nun in dem, was vorher fremde Hieroglyphen waren, einzelne Wörter erkennen und aussprechen zu können. Das geht verhältnismäßig leicht. Nichtphilologen meinen immer, das Erlernen griechischer, hebräischer oder arabischer Buchstaben sei die große Schwierigkeit bei diesen Sprachen. Weit gefehlt, die Schwierigkeiten beginnen erst nach der Kenntnis des Alphabets. Sie liegen in der Aneignung furchtbar vieler Vokabeln, vor allem aber in den unendlichen Tücken der Grammatik. So ist es auch beim Human Genome Project. Buchstaben gibt es hier nur vier auseinanderzuhalten, Gene etwa 30.000, ein eher bescheidener Wortschatz, den wir mit der Taufliege und dem Spulwurm teilen, aber die Kombinationsmöglichkeiten müssen – nur soviel ist sicher – irgendwie ausreichen, um alles zu erklären, was der Mensch offenbar kann. Denken, lieben, singen, rechnen und morden. Wie weit ist nun die echte Entschlüsselung – die Suche nach den Genfunktionen – bisher gediehen? Wie man’s nimmt, muß der Laie sagen. Einerseits erscheinen dauernd neue Gennamen – sie sind aus Buchstaben und Zahlen zusammengesetzt – mit eindeutig zugeordneten Inhalten beziehungsweise Aufgaben. Andererseits ist kein einziges Gen dabei, das uns wirklich interessieren würde. Liebes-Gen, Intelligenz-Gen, Kriminalitäts-Gen, Musik-Gen? Fehlanzeige. Natürlich kann es sein, daß diese Entdeckungen erst noch kommen. Nach einigen dieser Perlen wird bereits mit einigem Aufwand gefischt. Doch alles Bisherige spricht nicht dafür, daß der große Durchbruch zum Charakter des Menschen eines Tages kommen wird. Noch einmal: das vorgefundene Material enthält keine exklusiv menschlichen Edelsteine. Es wird immer wahrscheinlicher, daß sich die großen Intelligenz- und Gefühlsleistungen aus lauter kleinen Niedrigkeiten zusammensetzen. Diese Vermutung entspricht auch den Fortschritten der Hirnforschung in den letzten Jahren. Sie beziehen sich vor allem auf die Einkreisung und Zuordnung bestimmter Areale, nicht aber auf einen „eigentlichen“ Denkprozeß. Wahrscheinlich gibt es ihn nicht, so wie es keine „menschlichen Gene“ gibt. Der Verlust des „Eigentlichen“ ist das große Thema von Martin Heidegger. Auch das Wort „Mensch“ hat er bereits aufgegeben. Das Genzeitaler wirft seine Schatten voraus.

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