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Künstlers Kunstdiktat

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Der als Ausflugsziel beliebte „Maschsee“ in Hannover wurde Mitte der dreißiger Jahre künstlich in der Leinemarsch angelegt. Weil nach Fertigstellung 1936 gerade die Olympischen Spiele in Deutschland stattfanden, wurde an der Seepromenade die Skulptur eines Fackelläufers des Bildhauers Hermann Scheuernstuhl installiert, an der die Niedersachsen bislang wenig Anstoß nahmen. Der argentinische Künstler Marcelo Brodsky, der seit dem 7. Mai im Sprengel-Museum gegenüber ausstellen darf, stört sich allerdings „an der nationalsozialistischen Vergangenheit“ von See und „Nazi-Kunst“. Durch eine teilweise Verhüllung der Statue mit Präsentation von Fotos „deutscher und argentinischer Konzentrationslager“ möchte er die Hannoveraner wachrütteln, in welch böser Umgebung sie bislang Erholung suchten. Brodskys fragende Aufforderung, ob diese „‚Kunst‘ unzeitgemäß ist oder erhalten bleiben soll“, läßt erahnen, welches Schicksal der derart verfemten Skulptur vorbestimmt ist.

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