Joachim Kuhs

 

Krise der Serien

Hausmeister Krause (Foto) kann nichts dafür. Er steht halt für Erfolg und springt immer dann ein, wenn mal wieder eine Sendung abgesetzt wurde. Und das passiert immer öfter. Denn um die deutsche Fernsehserie steht’s schlecht. Vor allem die privaten Sender haben kein Vertrauen in ihre eigenen Produktionen. Viele Serien-Neustarts scheitern schon nach der ersten Ausstrahlung an nicht erfüllten Quotenvorgaben. Die Sender geben den Formaten keine Zeit zur Entwicklung, sondern stellen sie fix ein. Jüngste Beispiele: Nach nur einer Folge landete die RTL- Serie „Die Anwälte“ im Eimer. „Nur“ 10,8 Prozent (2,59 Millionen Zuschauer) Marktanteil in der „werberelevanten Zielgruppe“ der 14- bis 49jährigen war den Controllern nicht genug. Auch Sat.1 zog nach nur zwei Folgen dem „iTeam“ den Stecker. 870.000 Zuschauer waren nicht genug. Sat.1 hatte vor Sendebeginn Ausschnitte online zugänglich gemacht. Die Programmchefs haben wohl einen Schreck bekommen, nachdem die Sendung von der Web-2.0-Gemeinde Dresche bezog. Nach dieser Logik hätte man auch Kultserien wie „Stromberg“ nach einer Folge absetzen müssen. Also setzt Sat.1 auf Bewährtes und holt Hausmeister Krause. Der erreichte bei der Erstausstrahlung 1998 satte 3,5 Millionen Zuschauer und gilt als sichere Bank – Ordnung muß eben sein.

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