Schwarzer sehen

Die neue Familienministerin Ursula von der Leyen ist für zwei Dinge bekannt: für ihre sieben Kinder und ihre feministische Grundeinstellung. Dieser Ideologie verdankt Deutschland, daß das neue Elterngeld ab 2007 nur dann in voll ausgezahlt wird, wenn auch der Mann eine Weile zu Hause bleibt. In einem Interview hat von der Leyen jetzt Allgemeinplätze abgesondert wie: „Niemals darf das Fernsehen Babysitter sein“. Dadurch werde „kostbare Lebenszeit“ verschwendet. Vor allem, wenn man Teletubbies, Unterschichtenfernsehen oder Mona Lisa schaut, möchten wir hinzufügen. Der Supergau unter den Feministinnen aber ist Alice Schwarzer. Kaum war Angela Merkel Bundeskanzlerin, erhielt die Grande Dame der Frauenbewegung und langjährige Merkel-Freundin das Bundesverdienstkreuz Erster Klasse. Damit nicht genug: Jetzt wurde die Frau, der – ausgerechnet! – Henryk M. Broder einst ein „maßlos aufgeblähtes Ego“ attestierte, auch noch zur Journalistin des Jahres 2005 gewählt. Jury-Begründung: Sie sei endgültig eine „unüberhörbare Stimme“ geworden. Ja, laut ist sie. Das heißt aber nicht, daß wir ihr besonders gern zuhören.

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