Telenovelisten

Hier ist die schlechte Nachricht für alle diejenigen, die gedacht haben, das Ende von Pfarrer Fliege sei eine gute Nachricht: Es geht noch niveauloser. Beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk – allen voran Flieges früherer Arbeitgeber, die ARD – setzt man auf ein Erfolgskonzept aus Lateinamerika, die Telenovela. Nach „Wir sind Papst“ und „Wir sind Kanzler“ lautet jetzt die neue Parole bei ARD und ZDF: „Wir sind Telenovelisten“. Was mit „Bianca – Wege zum Glück“ (ZDF-Pressetext: „ruhiger Ablauf, keine schnellen Schnitte“) begann, wird jetzt nach dem Motto „nicht kleckern, sondern klotzen“ fortgesetzt. Im Nachmittagsprogramm wird geschmachtet, was das Zeug hält, kommen naive Landeier in die große Stadt, wo sie die Liebe ihres Lebens kennenlernen und am Ende natürlich heiraten. Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute. Das Privat-TV ist auf den Zug aufgesprungen. Sat1 sendet erfolgreich „Verliebt in Berlin“. Doch hier beruft man sich nicht auf einen Programmauftrag, die Staatssender schon. „Ob Sturm der Liebe“ oder „Sophie – Braut wider Willen“ dem entspricht?

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