Alkopops zum Rauchen

Geheimnisvoller Orient. Im „Westöstlichen Diwan“ konnte Geheimrat Goethe noch mit reinem Herzen träumen: von der so fernen, exotischen Welt, einer Art Schlaraffenland der Sinnesfreuden, das ganze Künstlergenerationen inspirierte. Moderner Kulturmix und globale Trends haben jedoch auch dieser Phantasie gründlich den Garaus gemacht. Die Wasserpfeife, die der Reiseeuropäer gestern noch in Marrakesch oder Kairo schamhaft probierte, blubbert heute ganz ungeniert in diversen Lounges und Bars von Rostock bis Rosenheim. Die jungen, zunehmend sehr jungen Barbesucher inhalieren in „kuscheliger Wohlfühlatmosphäre“ zu Orientbeats ihr Stück Morgenland. Doch was da nach Apfel-, Kirsch- oder Cappuccino schmeckt, hat es in sich: Experten halten den Rauch von Wasserpfeifen – den sogenannten Shishas – für weitaus schädlicher als Zigarettendunst, gerade wegen der aromatisierten Zusätze. Wie das Trinken von Alkopops ist Wasserpfeiferauchen offenbar nur ein weiterer Schritt auf dem Weg zur werbepropagierten Light-Kultur. Denn der Rauch schmeckt so, wie das Leben nach Vorstellung von Wohlstandsteenies zu sein hat: süß, mild und kratzfrei.

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