Imageschaden

Was hat das feige Attentat auf Schwedens Außenministerin mit dem Euro zu tun? Nichts. Daß ein Land Anteil am Ableben von Anna Lindh nimmt, macht den Euro nicht besser, als er ist. Trotzdem versuchten die deutschen Medien krampfhaft einen Sieg der Euro-Befürworter herbeizuberichten. Die Schweden wollten am Tanz um das goldene Eurokalb trotzdem nicht teilnehmen und gaben am vorvergangenen Wochenende dem Euro einen fetten Elchtritt. Sie stehen ohne die Esperanto-Weichwährung auch viel besser da. Lange Gesichter zeigten Ministerpräsident Persson und seine Genossen am Abend der Volksabstimmung. Und wieder versuchten die deutschen Medien, die Wahrheit umzudrehen. Im ZDF-Morgenmagazin werden die Gegner des Euro als ungebildete Halbidioten verunglimpft. Dabei haben die Schweden einfach einer Währungsreform die rote Karte gezeigt, die unser aller Leben in Deutschland in den letzten Monaten offenkundig verteuert hat. Die peinlichen Bilder jubelnder Menschen, die glücklich ihre erste Euro-Banknote aus dem Geldautomaten ziehen, sind Vergangenheit. Heute erinnern diese Bilder an das Titanic-Titelbild von 1990 mit „Zonen-Gabi“, die eine Gurke in der Hand hält: „Meine erste Banane!“ Der Euro hat einen schweren Imageschaden erlitten, den weder die schreibende noch die sendende Zunft wegdiskutieren kann.Beim Staatsfernsehen – wir ahnen es schon – wird dies ganz anders interpretiert. „Wie kann sich Schweden von diesem Imageschaden erholen?“ lautete die Frage, die beim ZDF diskutiert wurde.

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