Abgekoppelt

In seiner neuen Sendung „Solo“ verzichtet Marcel Reich-Ranicki auf die Statisten, mit denen er sich im „Literarischen Quartett“ umgeben hat. Auch die Zuschauer möchte er nicht mit einbeziehen. In der Welt bekannte er offenherzig: „Nein, ich will nicht hören, was das Publikum sagt.“ MRR kann man diese Offenheit verzeihen. Zum einen inszeniert er ohnehin fortwährend sich selbst. Zum anderen ist er schrullig und liebenswert zugleich. Aber seine Haltung ist bezeichnend für die öffentlich-rechtlichen Medien in Deutschland. Diese finanzieren sich durch Zwangsbeiträge und staatliche Zuschüsse und sind von den Wünschen der Fernsehnation weitgehend abgekoppelt. In Berlin leistet man sich trotz drei Milliarden Euro Neuverschuldung unter anderem einen Radiosender namens Multikulti. Niemand hört Multikulti – schon gar nicht in den Plattenbausiedlungen im Ostteil der Stadt. Genau dahin zog es letzte Woche den Sender, um den Hellersdorfern eine Diskussion über Toleranz aufzudrängen. Nach einer Stunde entfernte sich der Übertragungswagen wieder. Nicht ein einziger Bürger wollte über die Vorteile der Einwanderung oder die Notwendigkeit der Greencard diskutieren. Das öffentlich-rechtliche Programm ist vom PC-Geist durchsetzt. Es wird ja auch von Ex-MfS-Angehörigen gestaltet. Eine Studie ergab, daß 120 der rund 2.000 MDR-Mitarbeiter früher für das Mielke-Ministerium tätig waren. Warum soll eigentlich nur die von Spitzeln durchsetzte NPD wegen ihres Programms verboten werden?

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