Conservare Communication „Grüner Mist“ – nein danke! #GrünerMist 2021
ARD-Moderatorin Tina Hassel (r.) und Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock
ARD-Moderatorin Tina Hassel (r.) und Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock Foto: Screenshot ARD Mediathek

Sommerinterview
 

ARD-Journalistin entschuldigt sich für Frage an Baerbock

BERLIN. Die ARD-Journalistin Tina Hassel hat sich für eine Frage in einem Interview mit Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock entschuldigt. „Ich bitte alle, die meine Frage beim Sommerinterview als unangemessen oder gar sexistisch aufgefaßt haben, aufrichtig um Entschuldigung. Annalena Baerbock hat ihre Kinder selbst mehrfach thematisiert. Ich bin auch Mutter und bedauere deshalb sehr, daß dieser Eindruck entstanden ist“, zeigte sich Hassel am Dienstag auf Twitter reumütig.

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Die Moderatorin hatte am Ende ihres Gesprächs in der Sendung „Bericht aus Berlin“ am Sonntag abend gefragt: „Vieles hängt an Ihnen als der Spitzenkandidatin, der Kanzlerkandidatin. Die kommende Regierung, das ist die Schlußfrage, könnte die letzte sein, in der die Klimakatastrophe überhaupt noch abzumildern ist. Wie würden Sie das Ihren Kindern erklären, wenn durch die vermeidbaren Fehler ihrer Mutter vielleicht die Grünen die Chance verspielt hätten, diese entscheidenden Weichen in der Regierung mit zu stellen?“

„Persönlich übergriffiger Tiefschlag“ und „sexistische Doppelmoral“

Hassel spielte damit auf die Fehler, Plagiate und Pannen Baerbocks etwa im Zusammenhang mit ihrem Lebenslauf und ihrem Buch an. Seit der Berichterstattung darüber waren die Grünen in Umfragen gesunken. Derzeit liegen sie hinter Union und SPD auf Platz drei. Gleichzeitig glaubt ein Teil der Grünen, die Menschheit befinde sich in einer Klimakrise und der Erde drohe eine Katastrophe, sollten Regierungen nicht schnellstmöglich gegensteuern.

Die Frage sorgte bei zahlreichen Nutzern sozialer Medien für heftige Empörung. Zum einen wurde sie als „persönlich übergriffigen Tiefschlag“ gewertet, zum anderen als „sexistisch“, da Baerbock sich für ihr Handeln und ihre Politik rechtfertigen sollte, deren angebliche Folgen ihre Kinder tragen müßten. Auch Grünen-Politiker kritisierten Hassel scharf.

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Das linke Kampagnennetzwerk „Campact“ sprach von einer „sexistischen Doppelmoral“ und verglich die letzte Frage an Baerbock mit denen an die anderen beiden Spitzenkandidaten Armin Laschet (CDU) und Olaf Scholz (SPD). „Die einzige Kanzlerkandidatin wird beim Klimaschutz nach ihren Kindern gefragt. Bei den beiden anderen Kandidaten spielen Kinder und Familie keine Rolle: Das nennt sich Sexismus“, hieß es darin.

Hassel war in der Vergangenheit vorgeworfen worden, in der Berichterstattung über die Grünen parteiisch und zu wenig kritisch gewesen zu sein. (ls)

ARD-Moderatorin Tina Hassel (r.) und Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock Foto: Screenshot ARD Mediathek
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